Bestandswände werden häufig auch mit "biegeweichen" GK-Vorsatzschalen versehen, um die Schalldämmung zu verbessern. Dabei kommt es aber auf die Auslegung der Bestandswand an. Hier werden grundsätzliche Dinge aus bauakustischer Sicht erläutert.
Setzt man eine biegeweiche Vorsatzschale vor eine biegesteife Massivwand, so lässt sich damit eine beachtliche Erhöhung der Luftschalldämmung erzielen, insbesondere dann, wenn die flächenbezogene Masse m’ der Massivwand nicht zu groß ist.
In der Bauakustik unterscheidet man generell vier verschiedene Grundtypen von Wänden:
a) biegesteife, massive Einfachwände,
b) biegesteife, massive Doppelwände mit Trennfuge,
c) einschalige Massivwände mit biegeweicher Vorsatzschale, und
d) zweischalige Leichtbauwände, bestehend aus zwei biegeweichen Schalen, einfach oder mehrfach beplankt, wobei auch hier der Zwischenraum i.a. mit schallabsorbierendem Material ausgefüllt ist.
Damit biegeweiche Vorsatzschalen eine deutliche Verbesserung an Schalldämmung ergeben, muss lediglich eine Voraussetzung erfüllt sein: Die Flächenmasse m’ der vorhandenen tragenden Wand sollte nicht zu groß sein. Als Richtwert gelten ≤ 100 kg/m2.
Beim Thema Vorsatzschalen wird gelegentlich danach gefragt, auf welcher Seite einer tragenden Wand die Vorsatzschale vorteilhafter anzubringen sei. Grundsätzlich ist die Schallübertragung durch eine Wand hindurch, egal wie diese im Einzelnen beschaffen ist, ein linearer und somit umkehrbarer Vorgang. Das bedeutet, dass die Höhe des Schalldruckpegels auf der "Empfängerseite" der gleiche bleiben muss, unabhängig davon, ob man die Seiten von Schallerzeugung und Schallempfang vertauscht. Infolgedessen ist es auch für die Schalldämmung zwischen zwei Räumen zunächst gleichgültig, an welcher Seite der tragenden Wand man die Vorsatzschale anbringt.
Dennoch gilt es einen Punkt zu beachten, nämlich die Auswirkung auf dritte Räume. Bringt man nämlich die Vorsatzschale auf der von der Schallquelle abgewandten Seite an, so kann die tragende, i. a. biegesteife Wand vom Luftschall angeregt werden und somit Körperschall in benachbarte Räume übertragen. Befindet sich die Vorsatzschale dagegen auf der "lauten" Wandseite, so ist eine unmittelbare Anregung der tragenden Wand nicht mehr in gleichem Maße möglich. Das hat letztlich auch eine bessere Schalldämmung gegenüber anderen Räumen zur Folge.
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