Referenten beim Wego Fachdialog Trockenbau: (v.l.) Armin Bühler, Dirk Rombach, Dennis Rupprich, Christian Polstermüller. (Quelle: Wego)

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6. December 2022 | Teilen auf:

Trockenbau kann Energiewende

Bauherren, Auftraggeber und Investoren suchen derzeit nach Wegen, um die explodierenden Energiekosten bei der Gebäudesanierung in den Griff zu bekommen und zugleich den Klimaschutz zu fördern. Dass der Trockenbau dazu einen wesentlichen Beitrag leisten kann, demonstrierten Wego Systembaustoffe und die Raum-K GmbH (Memmingen) rund zwanzig Ausbaubetrieben aus ganz Deutschland bei einem Fachdialog in Düsseldorf.

Alfons Horn, Vorsitzender der Wego-Geschäftsführung, skizzierte zu Beginn die Zielsetzung dieser Pionierveranstaltung, der weitere folgen werden: „Wir wollen gemeinsam mit Ihnen den Trockenbau als Speerspitze für die Energie- und Wärmewende etablieren und zeigen, wie sich das mit funktionalen Systemen bewerkstelligen lässt.“ Trockenbau sei eben deutlich mehr als  eine Wandkonstruktion und könne in Zeiten von Niedertemperatur-Heiztechnik die dafür notwendigen Flächen schaffen, erklärte Horn.

Den Trockenbau als Energiespeicher nutzen

Raum-K-Geschäftsführer Armin Bühler benannte die zentralen Herausforderungen an Gebäude-Energieeffizienz: Bestandssanierung sei Pflicht und biete einen Markt für die nächsten 20 Jahre. Das Ende fossiler Energieträger sei eine kurzfristige Notwendigkeit, gleichzeitig müsse Heizen und Kühlen in privaten und öffentlichen Gebäuden als Grundbedürfnisse sozial und gesellschaftlich gestaltet werden. „Es geht darum, verfügbare Energie clever zu speichern, vernünftig zu steuern und dort nutzbar zu machen, wo sie gebraucht wird. Ohne Wärmespeicher wird es keine Wärmewende geben! Die Gebäudemasse stellt eine vorhandene, einfach und schnell durch den Trockenbauer erschließbare, enorm große und preiswerte Speicherkapazität dar“, so Bühler. Er plädierte deshalb dafür, Gebäudemasse im Bestand schnell als Speicher verwertbar zu machen und ergänzend dazu nachrüstbare Flächenheizsysteme einzusetzen.

Großes Marktpotential für Klimadecken

Wie sich das technisch umsetzen lässt zeigte Dirk Rombach (Produkt- und Keyaccount Manager beim Netzwerk Raum-K) in seinem Vortrag über Funktionen und Vorteile von Klimadecken zum Heizen und Kühlen. Diese auf Strahlungsaustausch basierende Technik kann in Bestands- und Denkmalschutzbauten zum Einsatz kommen, sorgt für ein behagliches Raumklima, trockene Wände und vermeidet Schimmelbildung. „Die Systeme arbeiten mit Vorlauftemperaturen von 34 bis 36 Grad und wurden speziell für den Trockenbau entwickelt“, so Rombach. Er bezifferte das Marktpotential für Klimadecken in Deutschland auf aktuell 30 bis 40 Mio. m².

„Es gilt also, diesen Markt gemeinsam zu erschließen“, erklärte Dennis Rupprich (Wego Category Manager) und präsentierte sein Unternehmen als Partner des Raum-K-Netzwerks. Eckpunkte der gemeinsamen Klimadecken-Offensive sind laut Rupprich die Zentraleinlagerung der Systeme in vier Wego-Kompetenzzentren, die Verteilung an mindestens fünf Niederlassungen pro Vertriebsgebiet und die Positionierung von mindestens zwei Ansprechpartnern an den Standorten, die speziell für Klimadeckentechnik qualifiziert sind. „Bei konkreten Bauvorhaben beteiligen wir uns an der Auslegung der Raumkonzepte mit Heiz- und Kühllastberechnungen“, ergänzte Alfons Horn, „wir wollen Trockenbau und Heizungsbau an dieser Stelle zusammenführen.“

Quelle: Wego

Einen besonderen Service für die Trockenbau-Kunden präsentierte abschließend Christian Polstermüller, Leiter Einkauf der Wego. Mit seinem Team analysiert er kontinuierlich die branchenrelevante Energie- und Rohstoffkostenentwicklung an den nationalen und internationalen Märkten. Die daraus resultierenden Preistrends bildet seine Abteilung in grafisch aufbereiteten Indices ab, aus denen sich strategische Schritte für das Agieren am (Trockenbau-)Markt ableiten lassen. Diese Erkenntnisse stellt der Fachhändler den Trockenbau-Kunden auf Wunsch zur Verfügung, um auf dieser gemeinsamen Datenbasis an Lösungen zu arbeiten.

Christian Polstermüller konnte Positives vermelden: „Die Lieferengpässe sind vorbei.“ Er ließ aber auch die Problembereiche nicht aus, vor allem bei den Rohstoffen wie Stahl oder Aluminium und insbesondere bei Zementprodukten, die „noch deutlich teurer“ würden als sie jetzt schon sind. Er informierte die Fachunternehmer auch über bereits angekündigte Preiserhöhungen der Industrie für das erste Quartal 2023 in erneut zweistelliger Größenordnung. Für den Fachhändler laute das Ziel, dem Fachhandwerk stabile Preissysteme zur Verfügung zu stellen, mit denen die überall vermisste Planungssicherheit wieder zurückkehre.

Wego plant bereits eine Neuauflage dieses Dialogformates. Dann sind die Trockenbauer eingeladen, auch Planer und Architekten ihres Vertrauens mit zur Veranstaltung zu bringen und in die Gespräche zu integrieren.

zuletzt editiert am 06.12.2022