Trittschallminderung ist weder an starke Estrichscheiben noch an große Aufbauhöhen des Gesamtsystems gebunden. Wie man durch mehrere schlanke Dämmstoffauflagen hohe Trittschallminderung erreicht, erfahren Sie vom Fraunhofer Institut (IBP).
Der schwimmende Estrich gilt für Holzdecken als nahezu unabwendbares Hilfsmittel, um den erforderlichen Trittschallschutz einzuhalten.
Wünschenswert ist dabei eine Trittschalldämmschicht, die geringe dynamische Steifigkeit mit hoher statischer Belastbarkeit und geringer Bauhöhe verbindet. Die bislang genannte Steifigkeit der Trittschalldämmschicht wird üblicherweise mit der Materialsteifigkeit als Werkstoff-Kenngröße gleichgesetzt. Bei einigen Materialien kommt jedoch der Effekt der Kontaktsteifigkeit hinzu. Es handelt sich um einen Effekt, der nur an Oberflächen auftritt. Liegen zwei Dämmschichten mit nahezu planebener Oberfläche aufeinander, so können sie in vertikaler Richtung als miteinander verbunden betrachtet werden. Die meisten Dämmstoffe haben jedoch an ihrer Oberfläche winzige Erhöhungen und Vertiefungen. Wirkt über eine ebene Kontaktfläche Kraft darauf ein, kommt es zu Verformungen der Erhöhungen, die bei gegebener Elastizität eine Rückstellkraft mit sich bringen.
Das einfache Masse-Feder Modell mit der berücksichtigten Materialsteifigkeit lässt sich um die Kontaktsteifigkeit erweitern, die als zusätzliche Federn aufgenommen werden.
Bei hintereinander liegenden Federn addiert sich somit deren Nachgiebigkeit 1/s’ und das Gesamtsystem ist weicher als jede einzelne Feder. Entsprechend kann das Modell auf beliebig viele Schichten erweitert werden. Jede weitere hinzugefügte Schicht oder Oberfläche erhöht die Nachgiebigkeit.
Die Kontaktsteifigkeit der oberen und unteren Kontaktflächen der Trittschalldämmung allein kann also die akustische Qualität des Estrichsystems dominieren.
Kontaktsteifigkeiten lassen sich provozieren, indem die Dämmschicht in mehrere Lagen aufgeteilt wird. Durch dazwischen liegende, dünne und ebene Lagen (z. B. Papier, Folie) entstehen zusätzliche Kontaktflächen mit zusätzlicher Nachgiebigkeit 1/s’. Diese dünnen Kontaktflächen ersetzen weitaus dickere Schichten aus homogenen Material, so dass Material und Raum eingespart und dennoch die Trittschalldämmung verbessert werden.
Zwischen drei Schichten aus je 10 mm dickem EPS (grau) sind Lagen aus Packpapier (grün) gelegt. Im inneren der Dämmschicht sind so vier Kontaktflächen realisiert. Die gesamte Schichtfolge ist etwa 3 cm dick.
Die dynamische Steifigkeit des gesamten Systems liegt mit 11 MN/m3 liegt zwischen der Hälfte und einem Viertel der Steifigkeit des einlagigen Systems.
Im Rechenwert für das Trittschallverbesserungsmaß D L w,R bedeutet dies einen Sprung um 7 dB. Noch bemerkenswerter sind diese Daten, wenn man bedenkt, dass die Dicke des mehrlagigen Aufbaus nur ein Drittel des einlagigen Aufbaus beträgt. Der aus dem Material zugehörige Anteil der Nachgiebigkeit reduziert sich beim mehrlagigen System proportional zur geringeren Dicke. Diese Reduktion wird jedoch mehr als kompensiert durch den Gewinn an Kontaktnachgiebigkeit.
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