Feco Thinktank
Kommunikation und Konzentration nach Wahl (Teamfläche oder Thinktank), beides ist in dem Karlsruher Bürogebäude spontan möglich. Foto: Feco

Büroraum

30. March 2017 | Teilen auf:

Sehen ja, stören nein

Beim Ausbau der 4. Etage im Gebäude eines Trennwandherstellers in Karlsruhe kam es Planern und Hausherrn darauf an, modernen Büroabläufen eine angemessene Innenarchitektur gegenüberzustellen. Ziel war zum einen ein ausgewogenes Verhältnis von Schallschutz und Transparenz, zum anderen Konzentration und Kommunikation. (Foto: Feco)

Seit 2007 benutzt das Unternehmen feco das Ausstellungs- und Verwaltungsgebäude. Ziel der erweiterung ist geweseni, alleauf drei Gebäude verteilten Büroarbeitsplätze in einem Gebäude zusammenzuführen. Dazu gestaltet es im 700 m² großen zweiten Obergeschoss des Feco-Forums, das bislang vermietet war, eine neue Bürolandschaft mit 36 Arbeitsplätzen.

Die neue Bürowelt soll nicht nur die Teamarbeit und den Informationsaustausch, sondern ebenso den Wissenstransfer und die Inspiration der Mitarbeiter fördern. Die Bürofläche ist als „Büros der Zukunft“ geplant, das fünf Flächenmodule für Teamarbeit, Konzentration, Kommunikation, Meeting und Inspiration anbietet. So ermöglichen die Teamflächen den Austausch der Kollegen untereinander und die Integration neuer Mitarbeiter. Möchte ein Mitarbeiter sich für konzentriertes Arbeiten zurückziehen, kann er das in den vier dafür am Innenhof angeordneten Thinktanks. Spontane Meetings können in den zwischen den Thinktanks gelegenen Steh-Besprechungsbereichen stattfinden.

Büro der Zukunft
Prozessprofile eines Arbeitsplatzes der Zukunft. Die Einzelarbeit ist auf dem Rückzug. Foto: Feco

Diese sind durch einen Schallschirm abgegrenzt. Für geplante Besprechungen stehen abgeschlossene Räume zur Verfügung. Inspirationszonen, die die Mitarbeiter für den Kommunikationsaustausch oder zum Rückzug nutzen können, runden das Konzept ab.

Für ein komfortables Arbeiten optimiert das Planungsteam die Raumakustik mit Schallschirmen und Schallabsorbern dahingehend, dass die Schallausbreitung auf den jeweiligen Teambereich begrenzt bleibt und angemessen niedrige Nachhallzeiten erreicht werden. Realisiert wird dies mit Wand- und Glasscheiben (Fecowand und Fecoplan) sowie mit Akustikelementen  Fecophon) aus Holz, Metall und Stoff. Die Anordnung der einzelnen Wandelemente zueinander und deren Gestaltung visualisiert man im Planungsprozess in einem 3D-Modell.

Offene und geschlossene Räume wechseln sich ab

Feco Inspirationszone
Inspirationszone. Es wurden abgeschottete Sitzgruppen geschaffen, deren entspannte Atmosphäre Mitarbeiter zu neuen Ideen anregen soll. Foto: TA

Die vier Thinktanks, angeordnet um den begrünten Innenhof, der die ganze Etage zusätzlich mit Tageslicht durchflutet, ermöglichen Mitarbeitern konzentriertes Arbeiten. Die Räume sind mit einer Nurglas-Konstruktion und schalldämmenden Schiebetüren realisiert. Die Seiten der Denkerzellen sind mit absorbierenden Wandschalen versehen und mit einem Birkenwaldmotiv bedruckt. Getöntes Glas schafft die notwendige Diskretion während gebogene Raumecken einen fließenden Eindruck vermitteln.

Glaselemente mit Absorbern schirmen die Stirnseiten der Teamarbeitsflächen, die an den Fenstern angeordnet sind, zum Flur ab. Die raum- und flurseitig mit Stoff-Absorbern bestückten Schallschirme reduzieren die Nachhallzeiten und dienen gleichzeitig der visuellen Abschirmung. Raumhohe Stichwände im System trennen die einzelnen Teamarbeitsflächen voneinander. Die Bürowände sind mit einem Organisationseinhängesystem und mit absorbierenden, mikroperforierten Oberflächen ausgeführt.

Wechselseitige Anordnung verhindert Schallübertragung

Feco Haus aus Eichenbalken
Haus aus Eichenbalken. Das Wandelement erfüllt eine doppelte Funktion. Als Schallabsorber dämpft es den Nachhall in der offenen Etage und dient gleichzeitig als Sichtschutz. Foto: Feco

Die großteils offene und ohne Türen gestaltete Bürolandschaft ist derart konzipiert, dass Schallschirme und Wandscheiben eine gegenseitige Schirmung ergeben. Diese wechselseitige Anordnung reduziert die Ausbreitung des Schalls. Auch die Steh-Besprechungssituation ist zum Flur mit Fecoplan-Elementen abgeschirmt und auf beiden Seiten mit absorbierenden Oberflächen bestückt. Die Kombination von Glasschirmen und Absorbern ermöglicht den Mitarbeitern konzentriertes Arbeiten bei gleichzeitig maximaler Transparenz.

Für geplante Besprechungen stehen zwei Räume zur Verfügung, deren Flurwände in der hochschalldämmenden, rahmenlos flächenbündigen Doppelverglasung ausgeführt sind. Der große Besprechungsraum ist mit einem zweiflügeligen Glasdrehtürelement versehen, um ihn in die Teamfläche einbeziehen zu können. In allen geschlossenen Räumen sorgt Glas für viel Transparenz.

Der karlsruher Anbieter hat ein Bürokonzept realisiert, in dem sich das Potenzial von Akustik- und Trennwandsystemen zeigt. Entstanden ist eine Bürolandschaft, die größtmögliche Offenheit bietet und gleichzeitig Rückzug ermöglicht. Die beiden sich widersprechenden Positionen Kommunikation und Konzentration konnten über die räumliche Zonierung realisiert werden.

zuletzt editiert am 23.02.2022