Glasfenster am Boden

Boden

25. January 2011 | Teilen auf:

Schaufenster am Boden

Glaselemente - Glasplatten im Systemboden gehen neue Wege in der Raumgestaltung. Der Bodenhohlraum wird durch transparente, begehbare Elemente zur Präsentationsfläche. In die Platten können mittels Folien und Bilder Motive integriert werden, auch Kombinationen mit Lichttechnik sind möglich.

Systemböden sind im weitesten Sinn ein Mittler in Sachen Kommunikation. Denn in ihnen verborgen liegen zumeist Leitungen der Gebäude- und der Informationstechnik, z.B. Strom- oder Datenleitungen. Kommunikation auf einer sprichwörtlich anderen Ebene ermöglicht der Einbau von Glaselementen in die Tragschicht von Systemböden.

Eine solche Gestaltung fördert die Kommunikation zwischen Gebäude und Mensch (Nutzer, Besucher etc.). Der Bodenhohlraum wird zur Präsentationsfläche, um etwas zu vermitteln oder auszustellen. Quasi als horizontales Schaufenster entfaltet der Boden in Kombination mit dem Baustoff Glas dabei ein hohes Gestaltungspotenzial.

Punktgestützte und rahmenlos eingebaute, tragfähige und begehbare Glasplatten (z.B. LaP 600 von Laskowski Systemboden) bilden die Grundlage. Die Flächengeometrie ist dabei nicht zwingend vorgegeben, aber die Elemente sind in der Regel rechteckig. Der Hohlraum unter der Glasfläche entsteht durch höhenjustierbare Stahlstützen, die in einem statisch festgelegten Raster aufgestellt werden. Die Glasplatte wird dabei auf Stahlstützen mit PE-Auflage montiert. Die Stützen selbst müssen min. mit dem Untergrund verklebt werden.

Diese punktgestützte Glasflächenkonstruktion ermöglicht auch raumüberspannende Flächen. Die Tragfähigkeit bzw. Begehbarkeit, auch in Bereichen mit Publikumsverkehr, bezieht dieses System aus den Prüfungen entsprechend den Vorgaben zur DIN EN 12825 Doppelböden. Die Glasoberfläche kann zudem rutschhemmend ausgebildet werden.

Für die Gestaltung bietet das System verschiedene Optionen an. Die Glasplatten haben einen mehrschichtigen Aufbau. Zwischen diesen Glasschichten lassen sich zur Gestaltung der Fläche farbige Folien oder andere Darstellungen vielfältiger Art integrieren, z.B. Bilder oder Piktogramme. Eine weitere Variante ist der Aufdruck von Firmenlogos.

Auch mit einer Kombination aus dem Material Glas und dem Medium Licht lassen sich neue Raumkonzepte mit den Schaufenstern erschaffen. Diese optische Nutzung des Bodenhohlraums bietet eine Möglichkeit, Museen, Ausstellungen, Fachgeschäfte, Repräsentativbereiche in Unternehmen etc. neu in Szene zu setzen.

Die Glasbodenfläche ist somit eine Stand-Plattform für den Betrachter, der Holhraum darunter eine bühnenartigen Präsentation. Damit sind zwei interessante Wirkungen verbunden. Zum einen hat der Boden ja einen raumprägenden Flächenanteil, den man insgesamt gestaltend nutzen kann. Zum Zweiten hat die Person im Raum, im Gegensatz zu Wänden und Decken, eine unmittelbare Verbindung zur Fläche. An diesen beiden Punkten wird das Verschmelzen zwischen Tragfähigkeit und Gestalten einer Bodenfläche aus Glas im Zusammenspiel von Raum und Kommunikation zu einer interessanten Erfahrung. Mit dieser Möglichkeit, Bautechnik über die Architektur z.B. ins Marketing einzubeziehen, eröffnen sich buchstäblich neue Perspektiven.

zuletzt editiert am 23.02.2022