Dachgeschoss

14. October 2010 | Teilen auf:

Schallschutz: Anpressung

Anpresslatten sind der Stand der Technik, wenn es um die Ausbildung einer luftdichten Schicht geht. Für die Schall-Längsdämmung allerdings wirkt sich zu hoher Druck nachteilig aus. Eine sorgfältige Abwägung ist gefordert.

Bei der Aufdachdämmung zeigt sich einmal mehr, dass Maßnahmen, die für die Statik vorteilhaft sind, in der Regel dem Schallschutz abträglich sind. Je stärker die Grundlatte auf die Dämmung gepresst wird, desto weniger kann die Dämmschicht als Entkopplung zwischen Dachschalung und Dachdeckung wirken. Die Verwendung von Sparrennägeln bei der Montage der Grundlattung lässt es nicht zu, die Befestigung der Latten mit definierter Presskraft auf den Dämmstoff auszuführen.

Beim Einsatz von Dachbauschrauben mit einem Gewinde sollten die Grundlatten vorgebohrt werden und die Schrauben mit begrenztem Anzugsmoment (ca. 5 Nm) eingeschraubt werden. Besonders vorteilhaft verhalten sich hier Doppelgewindeschrauben. Auch bei höherem Anzugsmoment bleibt die Presskraft auf den Dämmstoff gleichbleibend gering. Zu hoher Anpressdruck der Grundlatte auf den Dämmstoff wirkt sich beim Schalldämm-Maß mit einer Verschlechterung von bis zu 8 dB aus. Bei der Schall-Längsdämmung kann die Verschlechterung bis zu 10 dB betragen. Auch dieser negative Einfluss auf das Schall-Längsleitverhalten des Daches ist so groß, dass er andere Verbesserungsmöglichkeiten, wie z. B. die Vergrößerung der Dämmdicke, komplett neutralisiert.

Ganz besonders große Schallbrücken stellen über oder durch die Trennwand durchgehende Dachpfetten dar. Für die Statik des Gebäudes hat diese Ausführung der Pfetten als mehrfach unterstützte Durchlaufträger den Vorteil, die Bauteile deutlich schlanker dimensionieren zu können als bei der Ausführung als Einfeldträger. Aus Sicht des Schallschutzes bilden die durchlaufenden Pfetten Schallbrücken, über die für das Schalldämm-Maß R''w einer einschaligen Wohnungstrennwand zwischen 8 und 16 dB verloren gehen.

zuletzt editiert am 23.02.2022