Jackodur-Element

Feuchtraum

25. January 2011 | Teilen auf:

Leise duschen in der Ebene

Bodenebene Duschelemente - Die Feuchtigkeitsabdichtung bodenebener Duschelemente ist heute sicher beherrschbar. Die Planung des sanitären Schallschutzes ist hierbei aber wegen des großflächigen Kontakts zum Baukörper nicht einfach zu realisieren. Hier erfahren Sie, welche Punkte bei der Planung und Montage bodenebener Duschelemente in akustischer Hinsicht zu beachten sind.

Zu den Geräuschen haustechnischer Anlagen zählen im Fall von Dusch- und Badewannen z.B. die Prallgeräusche des Wasserstrahls beim Duschen oder beim Befüllen der Wanne. Als nicht weniger störend werden die so genannten Benutzungs- oder Nutzergeräusche empfunden, die z.B. durch das "Rubbeln" in der Wanne oder beim Abstellen der Shampooflasche verursacht werden. Allerdings werden an die durch den Nutzer hervorgerufenen Geräusche in Deutschland derzeit keine Schallschutzanforderungen gestellt. In der Schweizer Schallschutznorm SIA 181 von 2006 [1] hingegen werden Benutzungsgeräusche bereits berücksichtigt.

Maßgeblich für die Höhe der zu erwartenden Installationsgeräusche einer Duschfläche sind zunächst die Übertragungswege über die unvermeidlichen Berührungspunkte des Elements mit dem Bauwerk . Entsprechend der Ausführung des bodenebenen Duschelements muss hier zwingend eine geeignete Körperschallentkopplung eingebracht werden. Im Fall eines Elements mit Aufstellfüßen können Fußkappen mit Elastomereinlagen verwendet werden, wohingegen bei verfliesbaren Gefälleplatten oft mit untergelegten weich federnden Matten eine wirksame Entkopplung erzielt wird. Gegenüber starrem Einbau ohne körperschallentkoppelnde Maßnahmen kann dabei eine Verbesserung von ca. 10 dB im Installationsschallpegel erreicht werden.

Wenn das Element bereits ausreichend vom Boden entkoppelt ist, kann eine bauakustisch optimierte Montage an der Installationswand für eine Übertragungsweg über das Maß der störenden Geräusche beim Duschen entscheidend sein. Hier muss zunächst das Element selbst mithilfe eines Schaumstoffbandes oder eines Randdämmstreifens, wie er beim Verlegen von Estrichen verwendet wird, von den angrenzenden Wandflächen schalltechnisch getrennt werden. Beim Abdichten mit Silikon kann es bei unsachgemäß breit angelegter und vor allem bei tief in die Fuge eindringender Silikonmasse zu erheblichen Körperschallbrücken kommen. Zahlreiche Untersuchungen am Fraunhofer-Institut für Bauphysik haben ergeben, dass eine falsch angebrachte Silikonabdichtung den Installationsschallpegel um bis zu 6dB anheben kann.

Die akustische Isolierung der Ablaufleitung sowie des Ablaufsiphons von der Gebäudestruktur ist bei fachmännischer Ausführung eigentlich als Standard anzusehen. Neben der Verringerung der Übertragung der Ablauf- und Fließgeräusche im Siphon und der Abflussleitung durch geeignete Rohrummantelungen (z.B. Schaumstoff-Dämmschläuche) gilt es dabei, die Entkopplungswirkung des Duschelements zu bewahren. Im besonderen Maße ist dies bei im schwimmenden Estrich eingebauten Bodenabläufen wichtig. Wird nämlich der Ablaufkörper starr im Estrichbelag und der Siphon sowie die Ablaufleitung ebenfalls ohne körperschallentkoppelnde Maßnahmen in der Rohdecke vergossen, kommt es zu einer massiven Körperschallbrücke. Zudem wird auch Trittschall vom Estrich über die Körperschallbrücke direkt auf die Rohdecke übertragen, wodurch die Trittschalldämmung der Decke erheblich reduziert werden kann.

zuletzt editiert am 23.02.2022