Feuchtraum

29. September 2010 | Teilen auf:

Klassensystem - FEUCHTRAUM-BEANSPRUCHUNGSKLASSEN

Feuchträume werden in vier bauaufsichtlich geregelte und vier bauaufsichtlich nicht geregelte Feuchtigkeitsbeanspruchungsklassen eingeteilt. Hier werden die einzelnen Klassen vorgestellt und beschrieben.

Seit 2005 ist das alte System der Feuchtigkeitsbeanspruchungsklassen (I IV) durch ein neues System ersetzt, das präziser als das alte System die Anforderungen an das Material beschreibt. Hier finden Sie jetzt die im ZDB-Merkblatt "Verbundabdichtungen" veröffentlichte Klassifizierung.

Hochbeanspruchter Bereich: bauaufsichtlich geregelt

Definition: Im Gegensatz zum mäßig beanspruchten Bereich hat ein Belag bzw. ein Untergrund bei einer hohen Beanspruchung nicht die Möglichkeit auszutrocknen. Hierzu zählen insbesondere öffentliche Duschen in Schwimmbädern oder auch Beckenumgänge. Aufgrund der chemischen Belastung durch Fettsäuren und starke Reinigungsmittel sind auch Großküchen der hohen Beanspruchung zugeordnet.

Der geregelte Bereich

A1

Wandflächen, die durch Brauch- und Reinigungsflächen hoch beansprucht sind.

(z.B. Wände in öffentlichen Duschen)

A2

Bodenflächen, die durch Brauch- und Reinigungswasser hoch beansprucht sind

(z. B. Böden in öffentlichen Duschen, Schwimmbeckenumgänge)

B

Wand- und Bodenflächen in Schwimmbecken, innen und außen mit von innen drückendem Wasser

C

Wand und Bodenflächen bei hoher Wasserbeanspruchung und in Verbindung mit chemischer Beanspruchung.

(Räume mit begrenzter chemischer Beanspruchung, ausgenommen sind Bereiche, in denen das Wasserhaushaltsgesetz anzuwenden ist. )

Der bauaufsichtlich nicht geregelte Bereich umfasst die Fälle, die in der DIN 18195, Teil 5 geregelt sind (Alte Feuchtigkeitsbeanspruchungsklassen I und der private Bereich von II).

Mäßig beanspruchter Bereich: bauaufsichtlich nicht geregelt sind:

Definition: Bei mäßiger Beanspruchung geht man davon aus, dass der Untergrund und der Belag einen längeren Zeitraum haben, um nach der Belastung wieder abzutrocknen. Hierzu zählen beispielsweise private und vergleichbar genutzte Duschen und andere Nassräume. Aber auch Hotelbäder, die nur morgens und abends benutzt werden, oder Wohnungen in Altenheimen.

Der nicht geregelte Bereich

0

Wand- und Bodenflächen, die nur zeitweise und kurzfristig mit Spritzwasser geringfügig beansprucht sind.

(z.B. in Bädern mit haushaltsüblicher Nutzung ohne Bodenablauf mit Bade- bzw. Duschwanne)

A01

Wandflächen, die nur zeitweise und kurzfristig mit Spritzwasser mäßig beansprucht sind

(z. B. Bäder mit haushaltsüblicher Nutzung mit Bodenablauf)

A02

Bodenflächen, die nur zeitweise und kurzfristig mit Spritzwasser mäßig beansprucht sind

(z.B. Bäder mit haushaltsüblicher Nutzung mit Bodenablauf)

B0

Bauteile im Außenbereich mit nichtdrückender Wasserbeanspruchng

(z. B. Bäder mit haushaltsüblicher Nutzung mit Bodenablauf)

Hinweis!

In den bauaufsichtlich Prüfzeugnissen gibt es keine Regelung bezüglich der Eignung von Untergründen, das heißt beim Trockenbau über die Eignung bestimmter Plattenwerkstoffe.

Quelle: ZDB

zuletzt editiert am 23.02.2022