Eine Gruppe von sieben Personen steht in einem Raum vor großen Fenstern und lächelt in die Kamera.
Haben die „Innovations-Offensive“ im Bundestag präsentiert: V.l.n.r.: Anke Scheid (dena), Andreas Otto (MdA, Bündnis 90/Die Grünen), Lutz Brinkmann (MdB; CDU/CSU); Robert Kroth (Neues Bauen - 80 Sekunden), Uwe Bigalke (dena), Angelika Glöckner (MdB; SPD), Michael Mronz (Neues Bauen - 80 Sekunden). (Quelle: Neues Bauen - 80 Sekunden)

AusbauNews 2026-04-08T11:01:23.202Z Jetzt innovative Lösungen für effizientes Bauen einreichen

Technologien für effizientes und günstiges Bauen schnell auf die Baustelle bringen: „Neues Bauen – 80 Sekunden“ hat dazu eine Offensive gestartet.

Für eine schnellere, bezahlbare und energieeffiziente Wohnungsversorgung und die energieeffiziente Sanierung im Bestand braucht es Innovationen: neue Materialien, effizientere Prozesse, digitale Planung und serielle Bauweisen. Viele dieser Lösungen existieren bereits – oft entwickelt von mittelständischen Unternehmen der Bau- und Zulieferindustrie. Auf die Baustelle gelangen sie noch zu selten.  

Hier setzt die bundesweite „Innovations-Offensive“ an. Die Wohnungsbau-Plattform „Neues Bauen – 80 Sekunden“ startet gemeinsam mit dem „Kompetenzzentrum Serielles Sanieren“ der dena (Deutsche Energie-Agentur) eine Initiative, um marktreife Technologien gezielt in die Umsetzung zu bringen – für den Neubau von Wohnungen ebenso wie für die Sanierung des Gebäudebestands. Unternehmen sind eingeladen, ihre Lösungen einzureichen. Ein unabhängiger Beirat aus Bau- und Wohnungsunternehmen wählt diejenigen aus, die das größte Potenzial für konkrete Projekte mitbringen. In regionalen Foren treffen diese Lösungen dann unmittelbar auf Entscheider:innen aus Wohnungswirtschaft, Bauindustrie und Politik.  

Hintergrund „Bau-Turbo“ und innovative Bauprozesse 

Die wohnungsbaupolitische Debatte hat sich in den vergangenen Jahren auf zwei Dimensionen konzentriert: Abbau von Regulatorik und Beschleunigung von Genehmigung und Förderung. Eine neue Geschwindigkeit am Bau entsteht jedoch erst mit neuen Lösungen, die sowohl Neubau als auch Bestandssanierung vor Ort schneller machen. Zentral sind dabei standardisierte und digitalisierte Prozesse, serielle Vorfertigung sowie neue Produkt- und Materialsysteme. Hier setzen die „Innovations-Foren“ von dena und „Neues Bauen – 80 Sekunden“ an.  

Serielle Sanierung und serieller Neubau sind bereits heute in der Praxis erfolgreich. Dennoch ist deren Potenzial längst nicht ausgeschöpft. Entwickelt wurden sie oft von mittelständischen Unternehmen, die in diesem Bereich nach wie vor Weltspitze sind. Die Offensive soll helfen, solche Lösungen in Deutschland in die Breite zu bringen, damit mehr Effizienz auf Baustellen zu bringen, Kosten zu senken und wirtschaftliches Wachstum zu unterstützen. 

Hintergrund „Neues Bauen – 80 Sekunden“  

Ein Treiber der Offensive ist die Plattform „Neues Bauen – 80 Sekunden“, auf der Wohnungswirtschaft, Bauwirtschaft, Technologieanbieter, Kommunen und Politik zusammenkommen. Ihr Anspruch ist es, marktreife Lösungen und konkrete Projekte zueinander zu bringen. Das Ziel: 400.000 dringend benötigte, neue Wohnungen pro Jahr zu bauen, also alle 80 Sekunden eine.  

Hintergrund dena  

Mit-Initiator ist das dena-Kompetenzzentrum Serielles Sanieren, das die Marktentwicklung für skalierbare Sanierungslösungen im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) initiiert und koordiniert. Es bringt die Akteurinnen und Akteure der Branche zusammen und unterstützt sie bei der Durchführung neuer Sanierungsprozesse, der Weiterentwicklung serieller Lösungen und der Umsetzung von Projekten – auch in Verbindung mit Umnutzung und Aufstockung.  

"Bei der seriellen Sanierung haben wir viele marktreife Lösungen, die den Sanierungsprozess enorm beschleunigen – von vorgefertigten Fassaden- und Dachsystemen bis hin zu Plug&Play Energiemodulen. Mit den ‚Innovations-Foren‘ sorgen wir dafür, dass diese Lösungen jetzt noch schneller auf die Baustellen kommen“, sagt Uwe Bigalke, Leiter des Kompetenzzentrums. 

Beirat prüft Umsetzungsreife 

Ein branchenbreit besetzter Beirat aus Wohnungswirtschaft, Bauindustrie, Projektentwicklung, Wissenschaft und Förderinstitutionen bewertet die eingereichten Lösungen. Maßstab ist nicht die Originalität einer Idee, sondern ihre Umsetzungsreife: Gesucht werden Technologien und Prozesse, die sich in realen Projekten bereits bewährt haben und nachweislich Bauzeiten verkürzen sowie Kosten senken.  

Unternehmen können sich ab sofort bewerben 

Für 2026 sind sechs Foren in verschiedenen Bundesländern geplant. Gesucht werden Unternehmen mit marktreifen Lösungen aus den Bereichen serielles und modulares Bauen, serielle Sanierung, Aufstockung und Nachverdichtung, digitale Prozessoptimierung sowie material- und kosteneffiziente Bauweisen. Grundlage jeder Bewerbung ist ein konkretes Projekt, in dem die Lösung zur Anwendung kommt.  

Das erste „Innovations-Forum“ findet am 3. Juni 2026 in Nordrhein-Westfalen statt – bei Mitsubishi Electric in Ratingen nahe Düsseldorf.  

Bewerbung sind möglich unter:  https://80-sekunden.de/innovations-foren/

zuletzt editiert am 09. April 2026