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Akustik 2010-09-30T00:00:00Z Gleitende Anschlüsse - Sauber abdichten

Die erreichbare Luftschalldämmung von GK-Montagewänden an Massivdecken wird häufig durch Undichtigkeiten im Bereich der Anschlussfugen gemindert. Bei der Montage sollte Wert auf die Ausgestaltung der Randstreifen und Dichtschnüre gelegt werden.

Bei vielen Schallmessungen ist aufgefallen, dass es bei gleitenden Deckenanschlüssen zu unterschiedlichen Undichtigkeiten und einer damit verbundenen Verschlechterung der Schalldämmung gekommen ist.

Prinzipiell sind bei einem gleitenden Deckenanschluss drei Übertragungswege des Schalls denkbar:

1. Der Gipsplattenstreifen wird an der Betondecke befestigt. Die Fuge zwischen Gipskartonplattenstreifen und Betondecke muss sorgfältig abgedichtet werden. Weiterhin müssen Bauteiltoleranzen ausgeglichen werden. Hierfür eignet sich z. B. ein Mineralfaser-Estrichrandstreifen. Um die Fuge aber ausreichend schalldicht zu verschließen, ist es zusätzlich noch erforderlich, beidseitig eine Versiegelung einzubringen. Erst dann kann sichergestellt werden, dass durch die Fuge zwischen Gipskartonplattenstreifen und Stahlbetondecke keine unzulässige Schallübertragung mehr erfolgt.

2. Zwischen dem Gipskartonplattenstreifen und dem UW-Profil sind Schallübertragungen möglich. Nicht immer liegen die Gipskartonbeplankungen vollständig an dem Gipskartonplattenstapel an. Eine Schallübertragung durch die so entstehende Fuge kann sich dann negativ auswirken, wenn zwischen UW-Profil und Gipskartonplattenstreifen keine zusätzliche Abdichtung in Form von Dichtschnüren und/oder einem Mineralfaserstreifen vorhanden ist. Das Risiko, dass sich eine Fuge zwischen den Gipskartonplattenstreifen und der Beplankung ergibt, ist besonders groß, wenn die erste Beplankungsebene kürzer abgeschnitten wird als die zweite.

3. Die Gipskartonplattenstreifen werden jeweils nach 2,5 m stumpf aneinander gestoßen. Die sich so ergebenen Fugen zwischen den stumpf gestoßenen Gipskartonplattenstreifen weisen an der Stoßstelle häufig Undichtigkeiten auf. Erst wenn vor dem Zusammenfügen einseitig etwas Gips auf die Stirnseite aufgetragen wird, kann man die entstehende Fuge aus schalltechnischer Sicht dicht herstellen.

Durch das Zukitten der Schattenfuge mit dauerplastischem Material über die gesamte Wandlänge wurden gleich mehrere Übertragungswege abgedichtet, so dass auch durch die Nachmessung keine Aussage über den tatsächlichen Übertragungsweg am gleitenden Deckenanschluss möglich ist. Sicher ist, dass es im Frequenzbereich von 1250 Hz gute Ergebnisse bringt. Gegebenenfalls gemessene "Kurveneinbrüche" im Bereich von 300 Hz sind meist auf Schallbrücken im Estrich zurückzuführen. Sie können natürlich durch eine Abdichtung der gleitenden Anschlüsse nicht verbessert werden.

Tipps zur Vermeidung von Undichtigkeiten

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zuletzt editiert am 23. Februar 2022