Novoferm F90

Büroraum

22. October 2012 | Teilen auf:

Form mit Funktion

In repräsentativen Verwaltungsbauten besteht oft ein gestalterischer Bruch zwischen den imposanten Empfangsbereichen und den im Kontrast dazu nüchternen Bürofluren. Das liegt häufig an den normativen Vorgaben des Brand- und Schallschutzes für Bürotüren. Dass Form und Funktion aber durchaus zusammenpassen, zeigt eine speziell für den Trockenbau entwickelte Bürotürenserie.

Sieht die Bauordnung die Ausführung von GKF-Wänden für Büroeinheiten in F90 vor, ist bei regelkonformer Ausführung der geforderte Schallschutz fast immer automatisch mit erfüllt. Brandschutz-Montagewände aus 75 mm Profilen mit 12,5 mm GKF-Platten, doppelt beplankt und mit Mineralwolle ausgekleidet, erzielen einen Schalldämmwert von etwa 53 dB. Gemäß Tabelle 3 in Beiblatt 2 zur DIN 4109 lautet die Empfehlung für normalen Schallschutz bei Bürotrennwänden erf. R‘ w = 37 dB. Die Auswahl und Montage dazu passender Türensysteme ist jedoch kein Selbstläufer, ganz im Gegenteil: Anforderungen an die Akustik, den Brandschutz und das Aussehen sind selten in Übereinstimmung zu bringen. So kommt es dazu, dass Büroflure oft eher technisch-funktional als präsentabel aussehen. Eine neue Türenserie (Novofire Vario 50), die Hersteller Novoferm speziell für die Montage in Trockenbauweise entwickelt hat, will dies ändern.

Optisch kommen die Stahlblechtüren mit einem Türblatt daher, das dreiseitig als Dickfalz ausgeformt ist, so wie er für Innentüren typisch ist. Damit sind diese Türen nicht auf den ersten Blick als Funktionstüren erkennbar. Auch verschiedene Verglasungen, eingefasst in ansprechende E6/EV1-eloxierte Aluminiumprofile, sind möglich, um beschränkten Einblick in ein Büro zu gewähren. Hinzu kommt die vielfältige Oberflächengestaltung. Sie reicht von einer individuellen Farbgebung bis hin zu sieben verschiedenen Holzdekoren. Auch die Zarge lässt sich dabei als Stilelement nutzen, etwa durch die Kombination von Wandfarbe für die Zarge und Holzoptik für das Türblatt. Auch die unsichtbare Zargenverschraubung ist ein optischer Pluspunkt. Während die Befestigung der meisten Zargen für den Trockenbau durch den Spiegel erfolgt, wird die Verschraubung mit dem UA-Profil des Ständerwerks beim Novoferm-Zargenprofil 2140 unsichtbar per Anker in der Leibung montiert. Möglich ist dies durch die Zweiteilung der Zarge. Nachdem die Vorschale befestigt ist, wird sie mit der Gegenschale in der Nut der Zargendichtung verschraubt. Das Dämpfungsprofil überdeckt dann die Schrauben. Effizientes Montagesystem für die Zarge sichert den Schallschutz Mitentscheidend für das reale Geräuschempfinden in Büroräumen sind die Qualität des Türensystems sowie die exakte Montage, insbesondere der Zarge. Bisher wurden im Trockenbau einteilige Zargen wandbegleitend eingebaut - was diverse Nachteile mit sich bringt. Dagegen kommt das neue Türensystem Novofire Vario 50 jetzt mit einer zweiteiligen Umfassungszarge (2140) daher. Sie ermöglicht den Türeneinbau in bereits erstelltes Ständerwerk. Außerdem ist vom DIBt für dieses Zargenprofil die Hinterfüllung mit loser Mineralwolle und Novoferm-Brandschutzschaum zugelassen.

Sowohl die Zweiteiligkeit der Zarge als auch die Wahlfreiheit des Hinterfüllungsmaterials erleichtern die schalloptimierte Montage. Denn: Auch wenn der Brandschutz lediglich das Auskleiden des Falzbereichs erfordert, ist für den Schallschutz die möglichst vollständige Hinterfüllung der Zarge inklusive Spiegel wichtig - was durch das zweischalige Profil 2140 deutlich vereinfacht wird. Welches Hinterfüllungsmaterial zur Anwendung kommt, hat laut einer Untersuchung des ift Rosenheim im Auftrag des Industrieverbands Tore Türen Zargen (ttz) auf die Schalldämmung faktisch kaum einen Einfluss. Eine zusätzliche Verbesserung lässt sich allerdings durch das Abdichten der Zarge zur Wand erzielen. Beispielsweise mit Silikon, wie dies auch bei rauchdichten Abschlüssen erforderlich ist.

zuletzt editiert am 23.02.2022