Flächenheizungen

Boden

25. January 2011 | Teilen auf:

Flächenheizungen

Flächenheizungen - Die Systeme sind inzwischen ein wichtiger Bestandteil der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden geworden. Der Autor schildert am Beispiel eines alten Gewerbeobjektes die Kombination einer Wandheizung mit einer Innendämmung und vollzieht die Entscheidungs-gründe des Hausherrn für die jeweilige Lösung nach.

Neben der Realisierung von Flächenheizungs- und Flächenkühlungssystemen im Neubau werden diese Systeme zunehmend auch im Bereich der Erneuerung bestehender Gebäude eingesetzt. Trockenverlegte Systeme haben den entscheidenden Vorteil kurzer Einbauzeiten aufgrund des Fehlens von Trocknungsphasen und sind somit im besonderen Maße geeignet für die Verwendung im Bereich der Sanierung. Weitere Vorteile der Trockensysteme sind ihre geringen Flächengewichte und die einfache Handhabung bei der Installation. Für den Trockenbau werden Lösungen für den Fußboden, die Wand und die Decke von den Systemanbietern angeboten.

Das in diesem Beitrag vorzustellende Haus ist Baujahr 1972 und wurde bis zum Verkauf als Gewerbeobjekt für eine Buchbinderei genutzt. Das Gebäude verfügte im Bereich der Außenwände als auch im Bereich des Fensteraufbaus und des Dachaufbaus über keine besondere Wärmedämmung. Das Altgebäude wurde mit Gas-Einzelöfen beheizt. Der Baukörper ist dreigeschossig mit einer Grundfläche von 20m × 9m. Die gesamte Nutzfläche des Gebäudes beträgt 540m2.

Wandheizung lässt sich geschickt mit Innendämmung kombinieren

Nach dem Erwerb des Gebäudes durch den jetzigen Eigentümer erfolgte die umfassende Renovation des Gebäudes unter Einschluss des Einbaus der trockenverlegten Wandheizung. Der Eigentümer wählte gezielt eine Wandheizung als neues Heizsystem, um sicherzustellen, dass die Räume zukünftig ohne störende Heizkörper gleichmäßig mit angenehmer Strahlungswärme beheizbar sind. Ebenfalls liefert die Ausrüstung mit dem Wandheizsystem nach Fertigstellung aller Arbeiten eine ebene und gleichmäßige Oberfläche der Innenwände des Gebäudes. Weiterer Grund des Eigentümers für die Wahl des Wandheizsystems war die Notwendigkeit der Dämmung der Außenwände, die durch die Verwendung des gewählten Systems gleich mit realisiert wurde. Die mit einer klassischen Außendämmung verbundenen, hohen Investitionskosten bildeten somit einen weiteren entscheidenden Grund für die Wahl dieses Flächenheizsystems in Trockenbauweise.

Der nachträgliche Einbau einer z.B. trockenverlegten Fußbodenheizung liefert unter den gegebenen Rahmenbedingungen diesen für den Bauherrn entscheidenden Zusatznutzen leider nicht. Ebenfalls waren die zusätzliche Aufbauhöhe bei einer Lösung mit nachträglich eingebauter Fußbodenheizung und die damit verbundenen notwendigen Kürzungen der Türen ein wichtiges Ausschlusskriterium bei der Wahl des Heizsystems.

Die Installation des Wandheizungssystems von Thermolutz aus Reutlingen beschreibt der Bauherr Kühn als simpel. Mit nur wenigen Werkzeugen und ohne die Mithilfe des Heizungsbauers wurden die Flächenelemente eingebaut. Die verwendete Wandheizung ist speziell für den Einsatz im Trockenbau mit Metallständerwänden und -vorsatzschalen entwickelt worden. Die vorgefertigten Wandheizmodule werden einfach zwischen die C-Profile der Metallständer-Konstruktionen montiert. Das normierte Rastermaß ist so konstruiert, dass die Module mit einer Spezial-Stanzzange in der exakten Position in der richtigen Tiefe fixiert werden können. Durch diese Befestigungsart ist ein optimaler Kontakt zwischen Heizmodul und Beplankung gewährleistet. Das Heizsystem wird unsichtbar im Innern der Metallständerwand verlegt und mit Pressfittings an die Vor- und Rücklaufzuleitungen angeschlossen. Danach wird die Heizung wie gewohnt mit Gipskartonplatten oder Gipsfaserplatten beplankt.

Das moderne Konzept für die Wärmeerzeugung besteht im renovierten Zustand aus zwei Blockheizkraftwerken im Keller, die sowohl die Heizwärme als auch den Warmwasserbedarf des Gebäudes decken. Der Betrieb der Blockheizkraftwerke erfolgt stromgeführt und überschüssige Heizwärme wird in einem entsprechenden Pufferspeicher zwischengelagert. Das System wird ergänzt durch eine kontrollierte Wohnungslüftung.

Im Dachgeschoss sind Decken-/Wandheizung kombiniert

Die gesamte Decken-/Wandheizfläche im Dachgeschoss beträgt 80m². Diese Wandheizflächen verteilen sich auf: 36m² Decken-/Wandheizung für alle oberen Räume, 18m² Wandheizfläche im Wohnzimmer, 8m² Wandheizfläche im Küchenbereich, 6m² Heizfläche im Badbereich und 12m² Heizfläche in Treppenaufgang und Nebenräumen. Das Erdgeschoss des Gebäudes wird als Geschäft und Werkstatt durch den Hausherrn genutzt und wurde im Bereich der Außenwände vollständig mit einer Wandheizung ausgestattet. Ebenfalls erfolgte im vermieteten Obergeschoss die Ausstattung mit der Wandheizung umlaufend im Bereich der Innenseite der Fassade.

Der besondere Charme des Wandheizungssystems acular M besteht in der Tatsache, dass durch die im Wandheizungssystem integrierte Wärmedämmung auf zusätzliche Dämmmaßnahmen im Bereich der Außenfassade verzichtet werden konnte. Somit sind mit dem durchgängigen Einbau der Wandheizungselemente die Außenwände erheblich energetisch verbessert und der Heizwärmebedarf des so energetisch ertüchtigten Gebäudes deutlich verringert worden. Zusätzliche Investitionskosten für die aufwendige Dämmung der Fassade fallen bei dieser Lösung nicht an. Das beschriebene trockenverlegte System hat den weiteren Vorteil, dass durch die geringen beteiligten thermischen Massen schnell auf zeitliche Änderungen beim Heizwärmebedarf reagiert werden kann.

zuletzt editiert am 23.02.2022