(Quelle: Deutsche Bauchemie)

AusbauNews

26. April 2022 | Teilen auf:

Die Preise bleiben hoch

Die deutsche Bauchemie rechnet mit einem konstant hohem Preisniveau und warnt sogar vor Baustellen-Stopps. Grund sei, so der Verband, ein Bündel an verketteten Bedingungen, allen voran der Ukraine-Krieg, die Energieversorgung, aber auch Rohstoffpreise, Logistik und weiterhin Corona.

Die bauchemische Industrie spürt die Auswirkungen der derzeitigen Weltlage immer deutlicher. Dauere diese Situation an, rechnet die Branche mit einem Stillstand auf vielen wichtigen Baustellen. Insbesondere der Anstieg der Energiepreise macht dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) zu schaffen. Erdgas ist mit einem Anteil von über 43 % der wichtigste Energieträger für die Chemische Industrie. Die anhaltende Unsicherheit über die Zuverlässigkeit russischer Gaslieferungen verstärkt den Preistrend nach oben deutlich. Sollte es zu einem Lieferstopp kommen, würde es nach Experten-Aussagen einen weiteren deutlichen Preissprung nach oben geben

Kritisch sei die Lage beim Diesel. Rund 14 % des hierzulande vertankten Diesels stammen aus russischen Raffinerien. Spekulationen an den internationalen Märkten treiben die Preise weiter. Es müsse jederzeit mit kurzfristig weiter steigenden und stark schwankenden Preisen gerechnet werden. Zudem seien derzeit für die Branche wichtige Rohstoffe und Komplementärprodukte nicht in ausreichender Menge verfügbar, darunter z. B. Bitumen. Das könne relativ zeitnah zu Materialverknappung auf den Baustellen führen. Weitere Problemfelder stellten heute Lieferketten und Logistik dar.  

Trotz der seitdem durchgeführten Preismaßnahmen habe sich der deutliche Margenrückgang z. B. von PCE-basierten Betonzusatzmitteln, ölbasierten Betontrennmitteln, oder Polypropylen-basierten Polymerfasern fortgesetzt, da die Kostenerhöhungen nicht kompensiert werden konnten.

Die Unternehmen der Deutschen Bauchemie rechnen daher mit einem dauerhaft hohen Preisniveau bauchemischer Erzeugnisse. Darüber hinaus hat die Branche wie die Wirtschaft insgesamt mit der hohen Inflationsrate zu kämpfen. Sie soll nach Schätzungen von Experten in diesem Jahr auf durchschnittlich deutlich über 5 % steigen.

zuletzt editiert am 26.04.2022