Wissen Sie, was genau der Kennwert "spezifische Wärmespeicherkapazität" bei einem Dämmstoff aussagt? Wir erläutern Ihnen die wichtigsten Begriffe zur Wahl des richtigen Dämmstoffs in kompakter Form.
Wer richtig dämmen will, der muss den passenden Dämmstoff finden. Bei der Vielzahl der angebotenen Materialien keine leichte Aufgabe. Wer in die technischen Aussagen der Dämmstoff-Hersteller einsteigt, wird zudem mit einer Reihe bauphysikalischer Begriffe konfrontiert, die schnell zur Verwirrung führen können. Wir helfen mit einer kompakten Begriffserklärung (Quelle: dena Leitfaden 2 Modernisierungsempfehlungen, siehe auch Trockenbau-Akustik 9/08).
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK]
Die Maßeinheit λ bezeichnet die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffs. Je niedriger dieser Wert ist, umso besser ist die Wärmedämmwirkung eines Materials. Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Lambda-Werten: Dem Nennwert und dem Bemessungswert. Der Nennwert wird auf Grundlage von Proben aus der Produktion des
Dämmstoffes bestimmt. Der Bemessungswert ist der Rechenwert und darf ausschließlich der Berechnung des U-Wertes zugrunde gelegt werden. Ist auf dem Dämmstoffetikett nur der Nennwert ausgewiesen, muss ein Zuschlag von bis zu 20 % zur Ermittlung des
Bemessungswertes angesetzt werden.
Dampfdiffusionswiderstand μ [dimensionslos]
Durch die Wasserdampfdiffusion von innen nach außen, speziell im Winter, kann sich im Innern von Außenwänden und Dächern Kondensat bilden. Der μ-Wert gibt den Diffusionswiderstand eines Stoffes an und ist eine dimensionslose Einheit. Sie gibt an, um wie viel der Diffusionswiderstand eines Baustoffes größer ist als der
Diffusionswiderstand einer gleich dicken Luftschicht. Nach DIN 4108-4 sind Dämmstoffe aus Mineralwolle (μ=1) sehr diffusionsoffen, Schaumglas hingegen ist praktisch dampfdicht (μ=100 000). Meist verwendet man dampfdichte und damit feuchteresistente
Stoffe bei der Gefahr aufsteigender Feuchte (Kellerräume) oder bei Konstruktionen, die Schlagregen ausgesetzt sind. Besonders bei der Kerndämmung von zweischaligen Wänden muss der Dämmstoff einen möglichst hohen Dampfdiffusionswiderstand aufweisen, da die einmal aufgenommene Feuchte schlecht wieder abgegeben werden kann.
Spezifische Wärmespeicherkapazität c [J/(kgK)]
Die spezifische Wärmespeicherkapazität c gibt an, wie viel Wärme ein Baustoff speichert kann. Die einspeicherbare Energiemenge ist abhängig von Struktur und Dichte des Stoffes. Dämmstoffe auf Holzbasis besitzen eine bis zu 20-mal höhere Wärmespeicherkapazität als mineralische Dämmstoffe. Je nach Konstruktion der Bauteile
hat die spezifische Wärmespeicherkapazität der verwendeten Dämmstoffe einen positiven Einfluss auf den sommerlichen Wärmeschutz.
Temperaturleitzahl a [m²/s]
Die Temperaturleitzahl gibt die durch Wärmeleitung entstehende zeitliche Veränderung von Temperaturverteilungen in Baustoffen an. Sie ist abhängig von der Wärmeleitfähigkeit und der Rohdichte eines Baustoffs. Je geringer dieser Wert ist, desto besser ist die Wärmepufferung. Während die Wärmeleitzahl die stationäre Wärmeleitung beschreibt, berücksichtigt die Temperaturleitzahl auch instationäre Effekte wie die
Weitergabe von Temperaturzyklen durch Tag- und Nachtschwankungen der Außentemperatur. Wie warm oder kalt sich ein Körper anfühlt, wird im ersten Moment durch die Temperaturleitfähigkeit bestimmt. Je größer die Temperaturleitzahl a ist, desto kälter fühlt sich die Oberfläche eines Materials im ersten Moment an.
Rohdichte ρ [kg/m³]
An statisch beanspruchten Bauteilen wie Dachstühlen und Holzkonstruktionen spielt das Gewicht der Wärmedämmung eine große Rolle. Bei der Außenwanddämmung hat die Rohdichte wesentlichen Einfluss auf die Befestigungsart (wie Kleben, Dübeln etc.).
Druckfestigkeit σ [N/mm²]
Die Druckfestigkeit ist abhängig von der Rohdichte, der Dicke des Materials sowie der Faserqualität und -orientierung. Die meisten Wärmedämmstoffe besitzen eine sehr niedrige Druckfestigkeit. Belastbare Dämmstoffe, z. B. für eine Aufsparrendämmung,
sind laut Etikett entsprechend gekennzeichnet. Für hoch belastete Bereiche, wie Parkdecks oder begehbare Flächen, können zum Beispiel Schaumglas eingesetzt werden, welches eine sehr hohe Druckfestigkeit aufweist.
Brennbarkeit / Brandschutz
Dämmstoffe können zum vorbeugenden Brandschutz beitragen, da sie die tragenden Bauteile vor zu schneller Erwärmung schützen. Sie sind nach DIN 4102 den folgenden Baustoffklassen zugeordnet:
A 1 nichtbrennbarer Baustoff ohne brennbare Bestandteile
A 2 nichtbrennbarer Baustoff mit geringem Anteil brennbarer Baustoffe
B 1 schwer entflammbare Baustoffe
B 2 normal entflammbare Baustoffe (Mindestanforderung für Häuser bis zu zwei Vollgeschossen)
Verrottbarkeit, Schädlingsresistenz
Die Schädlingsresistenz eines Dämmstoffs beeinflusst seine Einsatzmöglichkeiten und die Höhe des Zusatzes von Insektiziden. Nachwachsende Dämmstoffe sind meist anfälliger für Insektenbefall, sind also häufig mit Pestiziden und Insektiziden belastet. Mit Hilfe von
Zusatzstoffen kann die Resistenz aber auch erhöht werden.