BDB-Präsidentin Katharina Metzger.
BDB-Präsidentin Katharina Metzger. (Quelle: BDB/Alireza Khalili)

AusbauNews

22. March 2022 | Teilen auf:

BDB fordert „Akut-Stab Wohnungsbau“

Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) ist alarmiert hinsichtlich der Wohnungsbauzahlen und fordert jetzt ein Minister-Dreieck Geywitz – Habeck – Lindner, um den akuten Wohnraummangel in Deutschland wirksam und schnell bekämpfen zu können.

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes  zeigten: Es hat im vergangenen Jahr 3,3 Prozent mehr Baugenehmigungen für Wohnungen gegeben. Doch schon in den ersten Wochen dieses Jahres werde klar, dass die Bedingungen für das Bauen andere geworden sind. Vor allem der Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt, ist schuld daran.

Dazu erklärt die Präsidentin des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), Katharina Metzger: „Mehr Baugenehmigungen, deutlich höhere Umsätze, mehr Beschäftigte: Die Zeichen stehen auf Bau-Boom. Das ist gerade für den Wohnungsbau eine enorm wichtige und gute Entwicklung. Trotzdem: Der Krieg in der Ukraine wird sich in diesem Jahr auch auf den Wohnungsbau in Deutschland auswirken. Die Risiken für Bauherren und Investoren sind gestiegen: Höhere Energiepreise lassen die Kosten fürs Baumaterial und für die Logistik steigen, was in der Konsequenz zu weiter steigenden Mieten und Preisen im Neubau führt. Schon deshalb wird nicht jede genehmigte Wohnung auch gebaut werden. Viele werden das Kostenrisiko scheuen und es bei der ‚Wohnung auf dem Papier‘, d.h. bei der Genehmigung belassen. Gleichzeitig kommen Menschen, die aus der Ukraine fliehen, zu uns nach Deutschland. Sie brauchen eine Wohnung – viele vorübergehend. Ein Großteil aber auch dauerhaft, wenn sie sich fest für ein Leben in Deutschland entscheiden.“

Auf diese neue Situation müsse sich die Bundesregierung einstellen. Sie müsse an ihrem 400.000er-Jahresziel bei den Neubauwohnungen festhalten. Und sie müsse dafür sorgen, dass sie es erreicht. Metzger: „Deshalb muss die Produktion von Baumaterial auf hohem Niveau weiterhin möglich sein – und Baustoffe müssen vor allem bezahlbar bleiben. Und das unabhängig von russischen Rohstoff- und Energieimporten. Hierzu muss der Staat einen „Akut-Stab Wohnungsbau“ beauftragen, der die gesamte Produktionskette am Bau im Blick hat – vor allem nationale und internationale Ressourcenquellen, Versorgungswege, Energieaspekte bei der Herstellung und vor allem auch Förderungen wie Subventionen und Steuererleichterungen. Hier ist vor allem das rasche Kooperieren im „Minister-Dreieck“ gefragt: von Bauministerin Geywitz, Wirtschaftsminister Habeck und Finanzminister Lindner.“

Um 400.000 Wohnungen pro Jahr bauen zu können müsse sich die Bundesregierung jetzt an das Machbare halten und nicht der Illusion von „Super-Klimaschutzhäusern“ nachhängen. Metzger: „Es reicht beim Neubau der Effizienzhaus-Standard 70 und bei der Sanierung das Effizienzhaus 115. Damit schaffen wir beim Klimaschutz einen gewaltigen Schritt nach vorn. Alles andere – vor allem das Energieeffizienzhaus 40 – ist die Utopie einer ‚grünen Wolke zum Wohnen‘, die mit Blick auf die erforderlichen Arbeitskräfte und vor allem auch wegen dafür der notwendigen Förderung nicht realistisch erscheint.“

zuletzt editiert am 22.03.2022