Büroraum 2010-09-29T00:00:00Z Weg mit allen Keimen!

Inzwischen werden nicht nur Satelliten, Mikrochips oder Leiterplatten in Reinraumtechnik produziert, sondern diese Arbeitsbedingungen gelten z.T. auch schon in der Lebensmittelindustrie und Krankenhäusern. Planung und Bau solcher Reinräume ist dadurch zu einem interessanten Geschäftsfeld geworden.

Als Reine Räume bezeichnet man gegen die Umgebung räumlich abgegrenzte Bereiche mit kontrolliertem Umfeld. Als Kriterien für Reinräume gelten:

+ Es existiert eine Druckabstufung zwischen den Bereichen unterschiedlicher Reinraumklassen (s.u.)

+ Lufttemperatur und relative Feuchte werden ständig kontrolliert

+ Die verbrauchte Luft wird über einen eignen Kanal abgeführt.

+ Es strömt eigens aufbereitete Luft in den Reinraum

+ Es gibt eine definierte Luftwechselzahl in Abhängigkeit der Luftreinheitsklasse.

In Deutschland sind drei Kategorien von Reinraumklassen definiert, die sich jeweils durch die Anzahl der Schmutzpartikel in der Luft, die Luftwechselrate und den Rhythmus der Raumreinigung unterscheiden.

Aufgrund die hohen technischen Anforderungen können handelsübliche Ständerwände in der Reinraumtechnik nicht zum Einsatz kommen.

Doch auch in der Reinraumtechnik setzt sich die Leichtbauweise aufgrund ihrer Flexibilität bei Raumnutzungsänderungen durch. Basis dieser Metallwandsysteme sind Doppelständerwerkskonstruktionen, die es ermöglichen die luftdichte Schicht in die Mitte der Wandkonstruktion zu verlegen und dort mit Hilfe von Silikonklebern luftdicht zu verkleben. Über die Doppelständerbauweise erreichen diese Systeme Brandschutzzulassungen bis hin zu F120 und Schallschutzwerte bis 54 dB (Bezugsquelle: Richter System).

Reinräume sind auch Nassräume

Wandsysteme für die Reinraumtechnik unterliegen den schärfsten Anforderungen aller bekannter Wandsysteme. Das heißt:

+ Eine Wandkonstruktionen für die Reinraumtechnik muss luftdicht ausführbar sein, denn im Inneren von Reinräumen herrscht Überdruck. Sie müssen deshalb aus möglichst großen Paneelen gefertigt sein, um die Zahl der abzudichtenden Stoßfugen gering zu halten.

+ Alle Oberflächen müssen ohne Kanten ausgeführt werden. Das Material der Oberfläche muss weiterhin wasser- und lösungsmittelbeständig sein - und außerdem abriebfest. Denn je nach Reinraumklasse werden die Wände nach jeder Schicht (!), das heißt alle 6 Stunden gründlich abgewaschen, mindestens aber einmal pro Tag.

+ Außerdem dürfen sich bei mechanischer Belastung (Anstoßen) keine Partikel aus der Wand lösen.

Diese Bündel an Anforderungen and die Oberflächenqualität der Wand ist mit großflächigen Edelstahlpaneelen und Glasscheiben am besten zu erfüllen. Aus diesem Grunde sind Reinräume überwiegend in diesen Materialien gebaut.

zuletzt editiert am 23. Februar 2022
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