Das Statistische Bundesamt bescheinigt dem Baugewerbe einen leichten Aufwärtstrend: Im Juni wuchs der Branchenumsatz um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Diese Steigerung von 6,6 Prozent (nominal +11,5 Prozent) gilt für die Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten. Das Wachstum betrifft sowohl den Umsatz als auch den Auftragseingang: dieser stieg real um 6 Prozent (nominal +20,8 Prozent).
Für das gesamte erste Halbjahr nennt das Bundesamt ein Umsatzplus von nominal 2,8 Prozent. Der Auftragseingang lag 5,6 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Damit zeichnet sich auf den ersten Blick ein langsames, jedoch stabiles Wachstum ab.
Ein kräftiges Plus sehen die Betriebe in ihren Auftragsbüchern dabei bisher nicht. Das Infrastruktur-Sondervermögen ist laut dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) bislang kaum in der Fläche angekommen. Genau deshalb sei entscheidend, dass die Vergaben jetzt nicht wieder abreißen und die Kommunen tatsächlich ausschreiben könnten.
„Auch im Wohnungsbau gibt es positive Signale, nachdem der Auftragseingang im Mai wieder eingebrochen war. Daran sehen wir, wie fragil der vermeintliche Aufschwung ist. Im ersten Halbjahr lag der Umsatz weiterhin unter dem Vorjahresniveau, und das ifo-Institut meldet zuletzt sogar wieder mehr stornierte Bauvorhaben. Was privaten Bauherren und Investoren fehlt, ist Planbarkeit - bei der Förderung ebenso wie bei den Baukosten", sagt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.
Noch kein Umschwung durch Infrastrukturvermögen erkennbar
Getragen wird das Auftragsplus im Juni vor allem vom Tiefbau, dort legte der Auftragseingang nominal um 27,1 Prozent zu. Aber auch im Hochbau gab es ein Plus von 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im öffentlichen Bau stiegen die Aufträge um 15,7 Prozent, im Straßenbau um 22,1 Prozent. Ein Teil davon dürfte auf mehrere Großprojekte zurückgehen. Eine breite Investitionswende im öffentlichen Bau ist trotz des Anstiegs noch nicht zu erkennen, an der Basis kommen die Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen bislang kaum an.
Wohnungsbauumsätze im Detail
Im Wohnungsbau lagen Umsatz (nominal +8,9 Prozent) und Auftragseingang (nominal +14,3 Prozent) über dem Vorjahr - nach einem schwachen Mai, in dem der Auftragseingang noch mal eingebrochen war. Kumuliert bis Juni bleibt der Wohnungsbau-Umsatz mit minus 0,7 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.
