Eurobaustoff
Voll auf der Platte. Die drei ersten Plätze für die besten Baustofflieferanten gingen an Fermacell, Knauf und Rigips.

Branche 2015-02-03T00:00:00Z Über den Clinch zum Schulterschluss

Beim Fachgruppen-Abend Trockenbau der Eurobaustoff Ende Januar in Bonn trafen sich die Fachhändler mit den Spitzen der Industrie. Neben Preisverleihungen und positiver Stimmung angesichts guter Zahlen 2014 ging man untereinander aber auch in den Clinch bei Themen wie Preisstabilität und Systemwelten.

Mehr als 220 Gäste waren am 29. Januar 2015 zum traditionellen Fachgruppen-Abend Trockenbau der Eurobaustoff-Händler nach Bonn gekommen. Im Ambiente eines Nobel-Hotels feierten die Baustoff-Händler und eine illustre Schar an Spitzenkräften der industriellen Hersteller ein überaus positives Jahr 2014 und stimmten sich auf eine weitere erfolgreiche Arbeit im laufenden Jahr ein. Dass es dabei nicht ganz ohne Konflikte gehen wird, wurde aber auch offen angesprochen.

Hartmut Möller, Geschäftsführer der Eurobaustoff-Gruppe, machte den anwesenden Industriepartnern zunächst die Marktmacht der Eurobaustoff deutlich: Per Ende 2014 erreichte das zentral abgerechnete Einkaufsvolumen ein Plus von 2,25 %. Das Gesamteinkaufsvolumen betrug damit fast 5,5 Mrd. €, wobei Möller mit Stolz darauf verwies, dass sich die Eurobaustoff-Gesellschafter im vergangenen Jahr besser als der Markt entwickelt haben.

Doch Möller lobte nicht nur die erfolgreiche Zusammenarbeit von Industrie und Handel, sondern fand bei zwei Reizthemen auch sehr deutliche wie kritische Worte. Beim Thema Preisstabilität warnte Möller die Industriepartner davor, „bei jeder kleinen Konjunkturschwankung den eigenen Vorteil zu suchen und den Pries-Joker zu ziehen. Wir brauchen verlässliche Industriepartner die eine seriöse und berechenbare Markt- und Preispolitik fahren wollen.“

Eurobaustoff

Noch härter ging er mit der Industrie ins Gericht bei den Themen Normen und Systeme: „Was machen wir hier eigentlich? Wollen wir mit dem Hinterteil alles umreißen, was wir so mühselig aufgebaut haben?“ Der Markt benötige dringend allgemeinverbindliche und im Normenwesen verankerte Konstruktionen, sonst verliere die gesamte Bauweise wieder das Terrain, das sie in den letzten Jahrzehnten erobert habe. Mit der Ankündigung, dass die Eurobaustoff nun eine Initiative des Hauptverbandes der Bauindustrie unterstütze, ging Möller sogar auf direkten Konfrontationskurs zu einigen Herstellern.

Weitere Informationen zum Fachgruppen-Abend sowie ein Interview mit den Fachgruppensprechern Katharina Metzger (Metzger-Gruppe) und Thomas Richter (Fassbender + Tenten) lesen Sie in Ausgabe 3/2015 von TA Trockenbau Akustik.

zuletzt editiert am 23. Februar 2022
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