Musiklehrer haben es besonders laut bei ihrer Arbeit: So wie die Stimmen regen auch alle Instrumente den Unterrichtsraum bei seinen Eigenresonanzen an, wenn dieser nicht breitbandig genug bedämpft wird. Prof. Dr. Helmut Fuchs schildert ein weiteres Musterbeispiel für sein alternatives raumakustisches Konzept, das mit relativ einfachen Trockenbaumaßnahmen einen kostengünstigen Beitrag zu deutlich besserer Raumakustik und höherem Schallschutz in Schulen leistet.
Die Klarheit von Musik wie die Verständlichkeit von Sprache sind eine fundamentale Voraussetzung für konzentriertes Hören, besonders aber für gutes Verstehen und Lernen. Lehrer und Schüler leiden deshalb gleichermaßen, wenn ihre Unterrichtsräume akustisch für diesen Zweck schlecht funktionieren. Ein mit seinen Eigenresonanzen sehr unharmonisch mitschwingender Raum behindert jede Kommunikation. Ein akustisch optimal konditionierter Raum kann diese dagegen unterstützen. Wie stark sich dieser Raumeinfluss durch eine einfache raumakustische Maßnahme beeinflussen lässt, konnte jetzt anschaulich (besser: gut hörbar) in einem Musikraum der Carlo-Schmid-Oberschule (CSO) in Berlin-Spandau demonstriert werden.
Kantenabsorber in Trockenbauweise sind eine effiziente Lösung
Unzumutbar hohe Schallpegel in einem vorzugsweise für den Unterricht an Schlaginstrumenten genutzten Raum forderten den Förderverein der Schule heraus, hier für Abhilfe zu sorgen: Ein Musterraum wurde in der Spandauer Schule geschaffen (siehe Fotos). Im Raum selbst sorgen große Fenster in Kunststoffrahmen nicht nur für einen lichtdurchflutet hellen Raum, sondern auch bereits im Ausgangszustand (ohne irgendwelche Dämpfungsmaßnahmen) für eine relativ starke Absorption bei tieferen Frequenzen (siehe Grafik a, oben).
Mit insgesamt ca. 45 m Kantenabsorbern wurde in diesem Fall deshalb die Nachhallzeit besonders bei den mittleren Frequenzen auf Normmaß reduziert: Für musikalische Nutzungen empfiehlt DIN 18041-2004 für einen Raum dieser Größe (205 m³) eine Nachhallzeit bei mittleren Frequenzen von ca. 1,1 s, die sich hier schon bei einer sehr kargen Möblierung einstellt. Bei einer Möblierung etwa wie im Raum von [3] lässt sich durch Umrechnung auf den hier etwas kleineren Raum eine Nachhallzeit abschätzen, die der Normempfehlung für einen normalen Unterrichtsraum (unbesetzt) entspricht (siehe Grafik b, Seite 33). Wenn man noch die zusätzliche Absorption durch 15 kleine Kinder nach den Messungen in [3] berücksichtigt, erhält man das Ergebnis in Grafik c, in welchem auch der entsprechende Toleranzbereich der Norm für Sprache eingezeichnet wurde.