Die führenden Ausbauunternehmen Deutschlands trafen sich in diesem Jahr an einem besonderen Ort: Der toskanische Mittelmeerbadeort Marina di Castagneto Carducci bot die Kulisse für eine abwechslungsreiche Mitgliederversammlung der Bundesfachabteilung Ausbau- und Trockenbau.
130 Teilnehmer folgten dem diesjährigen Aufruf zur Mitgliederversammlung der Bundesfachabteilung Ausbau- und Trockenbau am 18.-20. Juni 2015 in die Toskana – unter ihnen auch viele jüngere und erstmalig verbandsaktive Unternehmer. Geschäftsführer Helmut Bramann zeigte sich erfreut über die hohe Beteiligung: „Alle sind getragen von dem Gefühl, dass was geht!“. Dass sich etwas bewegt, zeigen die beständig wachsenden Mitgliederzahlen des Verbandes.
Bewegung bringt auch die erfolgreich gestartete Brancheninitiative „Normung Trockenbau-Ausbau“, die inzwischen verbändeübergreifend, von vielen Herstellern und dem gesamten Fachhandel unterstützt wird. Während Brahmann die Hintergründe der Initiative erläuterte, stellte Prof. Dr.-Ing. Jochen Pfau die Ergebnisse der Grundlagenermittlung und die Prioritäten der weiteren Normenarbeit vor. Es sei umfassender Aktualisierungsbedarf ermittelt worden, der weitergehende Normungsaktivitäten für wirtschaftliche Konstruktionen im Schall- und Brandschutz sowie die Aktualisierung zahlreicher Produktnormen erforderlich mache. Dazu zählten unter anderem Gipsplatten und Dämmstoffe.
Einhellig sprachen sich alle Anwesenden für die Etablierung einer dauerhaften Förderplattform unter Federführung der Bundesfachabteilung Ausbau und Trockenbau aus. Bei der Normungsinitiative arbeiten die Stuckateure im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes eng mit der Bundesfachabteilung zusammen. Betont wurde in diese m Zusammenhang auch die gemeinsame Überarbeitung der technischen Vertragsnorm ATV DIN 18340 „Trockenbauarbeiten“.
Ausbildung war wichtiges Thema
Im Rahmen der gemeinsamen Hochschulinitiative „Innenausbau“ der Bundesfachabteilung und der Stuckateure im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes bemühen sich die Verbände derzeit mit Unterstützung des Bundesverbands Gips und der BIG, Lehrthemen des modernen Ausbaus– und Trockenbaus besser in die akademische Ausbildung zu integrieren.
Schwerpunktthema blieb jedoch die zunehmende Nachwuchssorge in der Branche. Susanne Müller, Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums Berufsbildung erläuterte eine sich dramatisch verschärfende Situation. Die Ausbildungszahlen beim Trockenbaumonteur sind in den letzten Jahren drastisch eingebrochen. Fachkräftemangel werde in Zukunft zu einem Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung der Branche, betonte Müller.
In zwei Arbeitsgruppen arbeitet man deshalb in der Bundesfachabteilung daran, einerseits bestehende Lehrpläne weiter zu optimieren, andererseits den Ausbildungsrahmenplan grundsätzlich zu überarbeiten und das Berufsbild insgesamt attraktiver zu gestalten.
Zum Abschluss der Versammlung wurde der Vorstand der Bundesfachabteilung einstimmig wieder gewählt, um den Tag dann im Knauf-eigenen Weingut ausklingen zu lassen.
