Am 27. April ist Dipl.-Ing. Robert Tappert, der langjährige Leiter überregionale Arbeitsgruppe für die Entwicklung von Kuppeln, Gewölbe und anderen komplexen Konstruktionen bei Knauf gestorben.
Nur wenige Menschen in Deutschland und Europa hatten ein so ausgeprägtes Gefühl dafür, welcher Formenreichtum aus der flachen Gipsplatte entstehen kann wie der "Künstler" Robert Tappert. Und noch weniger Menschen verfügten über das technische Rüstzeug, diese ungewöhnlichen Formen in technische Konstruktionen einzubinden wie der Diplomingenieur Robert Tappert. Seinen Kuppeln, Tonnengewölben, Kreuzgewölben und vielen anderen Konstruktionen gebührt weitgehend das Verdienst, die Gipskartontechnologie zur dominanten gestalterischen Größe im Ausbau geführt zu haben. Wenn heute weltberühmte Architekten ganz selbstverständlich mit Industrie und Handwerk zusammenarbeiten, dann ist dies die größte Anerkennung für den Mann, der den Formenkanon der ganzen Architekturgeschichte in baubare Trockenbaulösungen übertragen hat.
Am 27. April ist der Mann, der auf so glückliche Weise kreative Intelligenz und technische Kompetenz in seiner Person vereinigt hat gestorben.
1979 kam Dipl.-Ing. Robert Tappert als junger Maschinenbauingenieur zu Knauf nach Iphofen. Dort wurde ihm die Aufgabe übertragen, ungewöhnliche Formen im raumbildenden Ausbau zu entwickeln. Robert Tappert griff auf seine ersten beruflichen Erfahrungen im Schiffbau zurück, um diese Aufgabe zu lösen. Fortan nutzte er Spantenkonstruktionen und Platten nicht mehr, um Schiffsrümpfe zu bauen, sondern ließ die aus Gipsfaserwerkstoffen gebauten Spannten fortan mit Gipsplatten bekleiden und entwickelte so den nahezu unerschöpflichen Formenkanon der Gipskartontechnologie. Es folgten Falttechnologie und Metallständersysteme.
Robert Tappert übernahm bei Knauf zunächst die Stelle eines Systemmanagers und hat sich im Laufe der Jahre zum exzellenten Spezialisten für individuelle Deckenkonstruktionen entwickelt. Dank seines hervorragenden Fachwissens und seiner verbindlichen Art genoss er hohes Ansehen sowohl im Haus Knauf als auch bei Kunden und leistet damit einen wichtigen Beitrag für die ganze Branche. Im Jahr 2007 hatte Robert Tappert aus Altersgründen seinen Ruhestand angetreten.
Wir alle werden sein Andenken in guter Erinnerung behalten.