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Wand 2013-12-12T00:00:00Z Sicher wie die Rente

Die Außenwände des Rentamts von Schloss Rumpenheim am Main erhielten eine Innendämmung mit Holzfaserdämmplatten. Als neue Trennwände wurden Holzständerwände eingezogen und zur Verbesserung des Schallschutzes ebenfalls mit dem natürlichen Material gedämmt.

Das Gelbe Haus ist nicht das Schloss von Rumpenheim am Main selbst, sondern lediglich sein Rentamt, in dem früher die Verwaltung des Schlosses untergebracht war.

Gemeinsam mit der unteren Denkmalschutzbehörde und dem beauftragten Planer, Dipl.-Ing Michael Janocha, Dreieich, entwickelte der neue Eigentümer nach jahrelangem Leerstand ein Umbau- und Modernisierungskonzept, das einerseits dem kulturellen Wert des historischen Ensembles Rechnung trug, andererseits aber Raum für neun bis zu 130 Quadratmeter große Komfortwohnungen nach heutigen energetischen Standards bot.

Zu den prägenden und unbedingt erhaltenswerten Gestaltungselementen gehörte die Barockfassade. Michael Janocha plante deshalb eine Innendämmung der Außenwände, die aber in ihrer Bauphysik und in ihrem handwerklichen Charakter zu den Bauetappen des Gelben Hauses passen musste.

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Ganz im Sinne der Bewahrung historischer Substanz wurde das Kreuzgewölbe erhalten und in diesen Bereichen angesichts der Wandstärken auch auf eine zusätzliche Dämmung verzichtet. In den jüngeren Bauabschnitten mit ihren schlankeren Außenwänden kam eine Innendämmung mit Holzfaserdämmplatten (Homatherm) zum Einsatz. Wegen der feuchteausgleichenden und kapillarleitfähigen Wirkung von Holzfaserdämmstoffen konnte die Dämmung ohne Dampfsperre ausgeführt werden, was für Michael Janocha ein ausschlaggebendes Kriterium war: „In historischen Gebäuden mit ihren vielen und unregelmäßigen Anschlusssituationen hat man keine Chance, eine Dampfsperre wirklich dicht zu bekommen. Es ist darum besser, eine diffusionsoffene Lösung zu wählen, die Feuchtigkeit ausgleichen kann und eine Austrocknung in jeder Richtung ermöglicht“, fasst Michael Janocha seine bei der Restaurierung verschiedener Fachwerkhäuser gewonnene Erfahrung zusammen. Für dieses Objekt wählte er deshalb Plattenwerkstoffe, wie OSB- und Gipsfaserplatten.

Zwei Dämmlösungen aus einem Material

Für die Innendämmung von Außenwänden hat der Hersteller Homatherm eine für den Massiv- und Holzbau geeignete Innendämmplatte (ID-Q11 standard) entwickelt. Sie wird mit einem feinkörnigen Klebemörtel, etwa auf Lehm- oder Rotkalkputzbasis, direkt auf den geglätteten Untergrund geklebt und gedübelt und kann durch ihre feste Oberfläche unmittelbar verputzt werden. Andererseits ist die Platte aber so flexibel, dass sie sich auch leicht gerundeten Bauformen anpassen kann. In Rumpenheim wurde dieser Vorteil mit gedübelten Platten bei der Dämmung von Details an Fenster- und Sturzbögen ausgenutzt.

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Auf den großen Wandflächen kam hingegen eine andere Lösung zum Einsatz, weil hier das für Bauten früherer Jahrhunderte typische Problem der ungeraden Wände auftrat. Die Wände waren in sich nicht eben und wiesen Abweichungen aus Flucht und Lot auf, wie sie für anspruchsvollen Wohnraum heute kaum noch akzeptiert werden. Zunächst wurden mit Lehmglätte auf dem Fachwerk bzw. einem Kalkputz auf dem massiven Backsteinmauerwerk die Ausbrüche und gröbsten Unebenheiten egalisiert, ehe dann vor den Wänden gerade ausgerichtete Lattengerüste für die neuen Oberflächen entstanden. Das Ständerwerk konnte anschließend mit der Wärmedämmung (Produkt: holzFlex standard) verfüllt werden. Die Matten ließen sich durch ihre Flexibilität einfach verarbeiten. Dennoch weisen sie eine hohe Rückstellfähigkeit auf, sodass sie sich sowohl an die Ständer als auch an den unregelmäßigen Untergrund anpassen. Um den Wärmeschutz, aber vor allem eine ebene Oberfläche sicherzustellen, waren wechselnde Dämmstoffdicken erforderlich. Den raumseitigen Abschluss bilden Gipsfaserplatten.

Im Sinne zeitgemäßer Grundrisse waren aber auch zusätzliche neue Innenwände erforderlich. Sie entstanden als leichte Holzständerwände aus 8 cm starken Konstruktionsholz sowie einer Beplankung mit 15 mm OSB-Platte und 10 mm Gipsfaserplatte auf jeder Seite. Wie schon bei der Innendämmung der Außenwände konnten auch hier flexible Dämmmatten durch einfaches Einklemmen montiert werden. Bis 900 mm Klemmweite sind keine zusätzlichen Befestigungen erforderlich, Randfugen werden durch das Stauchen der Matten verhindert. Es entstehen dampfdiffusionsoffene Wände, die ein ausgewogenes Raumklima unterstützen. Vor allem aber bieten sie als Trennwände einen überzeugenden Schallschutz: Bei einer Volldämmung in 8 cm Dicke beträgt das Schalldämm-Maß Rw 48 dB.

zuletzt editiert am 23. Februar 2022
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