Vor Kurzem hat eine Untersuchung des SHK-Branchenverbands ZVSHK aufhorchen lassen. Demnach ist das deutsche SHK-Handwerk in der Praxis insgesamt noch wenig mit BIM in Berührung gekommen. Allerdings zeigt eine aktuelle internationale Untersuchung, dass die deutschen SHK-Installateure damit nicht alleine sind. (Foto: USP Marketing Consultancy BV)
Auch in anderen europäischen Märkten machen ihre Kollegen ähnliche Erfahrungen. Der Grund ist simpel – und die Schuld liegt nicht unbedingt bei der SHK-Branche.
Bei der jüngsten europäischen SHK-Handwerksbefragung der USP Marketing Consultancy wurden insgesamt 1.002 Installationsbetriebe in sechs Ländern zum Thema BIM befragt – unter anderem sollten die Handwerker Stellung zu folgender Aussage beziehen: „SHK-Installateure brauchen nicht mit BIM zu arbeiten: Die Heizungs- und Lüftungsanlagen werden einfach nach den Vorgaben verbaut.“ Vor allem in Deutschland (59 %) und Großbritannien (52 %) bestätigen die meisten Handwerker diese Beobachtung. Aber auch in Polen (40 %) und Belgien (29 %) kann ein großer Teil der Befragten diese Aussage voll und ganz oder teilweise unterschreiben. Nur in Frankreich und den Niederlanden machen die Installateure großenteils entgegengesetzte Erfahrungen.
Dass BIM im Arbeitsprozess der SHK-Installateure bei gebäudetechnischen Installationen noch weitgehend unüblich ist, dürfte aber nicht unbedingt die Schuld der SHK-Betriebe allein sein. Schließlich erhalten sie in der täglichen Zusammenarbeit mit anderen Bauakteuren, z. B. Fachplanern, weitgehend die Vorgaben in der Projektkommunikation ohne Rückgriff auf BIM. Zudem zeigen die Ergebnisse auch, dass dem europäischen SHK-Handwerk die zukünftige Notwendigkeit BIM in die eigenen Arbeitsprozesse zu integrieren durchaus bewusst ist. „Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis BIM in der Installationspraxis ankommt“, resümiert Studienleiterin Ralitsa Ruseva. „Wenn zukünftig auch die praktischen BIM-Erfahrungen der Installateure häufiger werden, dürfte das Arbeiten in BIM die Projekte im Installationsbereich auch wesentlich stärker prägen als bisher.“
