Die gerade fertig gestellte evangelische Kapelle im Bad Schwalbacher Ortsteil Langenseifen besticht durch ihr außergewöhnliches, in Deutschland einmaliges Erscheinungsbild und durch ein besonderes Raumerlebnis.
Geschaffen wurde das komplett aus heimischem, unbehandeltem Holz bestehende Gebäude, das einer überdimensional großen Kuppel gleicht, vom Bauunternehmen Baumgarten aus dem osthessischen Weyhers.
Ein Mitglied des Kirchenvorstands hatte vor rund zehn Jahren der Gemeinde eine Ackerfläche geschenkt mit der Bitte, an dieser Stelle eine Kapelle zu errichten. Im Juni dieses Jahres wurde der Sakralbau eingeweiht und damit erfüllte sich für die Langenseifener ein langjähriger Wunsch.
Der Baustil der Kapelle, von vielen auch als "mutig, modern und ungewöhnlich" wurde von der Architektin Barbara Schmid entworfen. "Der Bau ist anders als ihr gedacht habt, aber er ist großartig", schwärmte Kirchenvorsteherin Ines Becker im Gottesdienst.
Von außen ist das aus Naturmaterialien erbaute Gotteshaus kaum als solches zu erkennen. Das unbehandelte Lärchenholz und die runde Form geben dem Besucher zunächst keinen Hinweis darauf, wie es im Innern der Kapelle aussieht. Architektin Barbara Schmid hatte die Idee, den Altar, der aus dunkler Basaltlava besteht, zuerst auf dem Feld zu errichten und das Gebäude um diesen Stein herum zu bauen: "Die Altarsäule definiert schließlich die Aufgabe und den zukünftigen Ort des Gebäudes." Die fast vier Meter hohe und über sechs Tonnen schwere Säule aus Basaltlava wurde vom Karlsruher Bildhauer Holger Walter entworfen. Umso positiv erstaunter zeigten sich viele der Besucher, die im und nach dem Gottesdienst die Gelegenheit wahrnahmen, sich selbst einen Eindruck zu verschaffen.

Der insgesamt 750 Kubikmeter umfassende Kuppelbau zeichnet sich durch Leimholzbinder aus, die von innen sichtbar und von außen verkleidet sind. Für die Außenverschalung der in Nord-Süd-Richtung erschlossenen Kapelle wurde robustes und wetterbeständiges Lärchenholz in verschiedenen Stärken und Breiten verwendet.