In einer Kooperation zwischen dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Fachhochschule Rosenheim HSRo und dem Institut für Fenstertechnik ift Rosenheim soll das Fraunhofer-Kompetenzzentrum Bauphysik und Baukonstruktion in Rosenheim aufgebaut werden.
Künftig werden dort innovative Baukonzepte und optimierte Bauteile für Neu-, aber auch für Bestandsbauten erarbeitet und konzipiert. Im Fokus stehen dabei aktuelle Themen wie Energieeinsparung, Resourceneffizienz, altersgerechtes Wohnen, Plusenergie-Konzepte sowie Adaptivität und Behaglichkeit. Die Fraunhofer-Gesellschaft stellt dafür über fünf Jahre insgesamt 2,5 Millionen Euro zur Verfügung.
Gebäude und Bauwesen haben eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der globalen Herausforderungen, die beispielsweise die Energiewende mit sich bringt. 2010 entfielen in Deutschland 31 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs auf die Erzeugung von Raumwärme für Gebäude. Die Baubranche verfügt damit über einen enormen Hebel im Hinblick auf die Minderung des CO2-Ausstoßes, Energieeinsparungen und Ressourcenschonung. Die deutsche Bauindustrie hat ein hohes technisches Know-how und genießt international einen großen Vorsprung. Um diesen nicht nur zu erhalten, sondern auch weiter auszubauen, bedarf es weitreichender Forschungsinitiativen. Innovative Baukonzepte bieten der Branche neue Entwicklungen, damit sie auch weiterhin den steigenden Ansprüchen in puncto Bauqualität, Energieeffizienz, Komfort und Ressourcenschonung genügen kann.
»Diese Entwicklungen möchten wir mit dem neuen Fraunhofer-Kompetenzzentrum Bau in Rosenheim vorantreiben. Wir wollen mit dieser Kooperation sowohl die Forschungsarbeit als auch den Wirtschaftsstandort Bayern EU-weit stärken«, erläutert Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft die Investition.
Wirtschaftsminister Zeil zeigt sich erfreut über die Initiative der Fraunhofer-Gesellschaft: »Gerade der Bausektor stellt eine der Schlüsselbranchen für den erfolgreichen Umbau der Energieversorgung dar. Das Wirtschaftsministerium hat sich deshalb intensiv für den Ausbau des Kompetenzzentrums eingesetzt und sieht darin eine ideale Ergänzung zum Ausbau der wirtschaftsnahen, angewandten Forschung in Bayern.«
Langfristiges Ziel des Fraunhofer IBP, der HSRo und des ift ist der Aufbau einer gemeinsamen Forschungsplattform, die die Kompetenzen der einzelnen Partner effektiv bündelt. In erster Linie sollen dabei die wissenschaftliche und fachliche Kompetenz der Partner sowie der ortsansässigen Industrie verbessert, der Zugang zu hoch qualifiziertem wissenschaftlichem Nachwuchs erleichtert sowie ein breiteres Angebotsportfolio wissenschaftlicher Dienstleistungen erreicht werden. Die Lehre wird durch die Einbindung von Professoren und Studenten in wissenschaftliche Projekte optimiert und praxisbezogener. Industrieprojekte, die gemeinsam mit industriellen Partnern durchgeführt werden, profitieren von der engen Vernetzung von Praxis und Forschung und den daraus resultierenden Synergieeffekten. Als Geschäftstelle der Fraunhofer-Allianz Bau bietet das Fraunhofer IBP für das Kompetenzzentrum Bau eine wichtige Schnittstelle zwischen Forschung, Wirtschaft und Politik und macht ihm darüber hinaus wertvolle Erfahrungen und das fundierte Fachwissen weiterer Fraunhofer-Institute zugänglich.