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Die mittelständische Bauwirtschaft leidet unter dem Teil der Bürokratie, der unsinnig, übertrieben oder ineffektiv ist. (Quelle: Adobe Stock)

AusbauNews 2024-02-27T09:58:12.292Z „Möglichmacher“ statt „Verhinderer“

Martin Steinbrecher, Präsident der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB) forderte beim Tag der mittelständischen Bauwirtschaft in Berlin eine „bürokratische Wende“ in Deutschland. Die Bauwirtschaft leide zunehmend unter der Bürokratie. Immer mehr Regeln und eine schlecht organisierte Verwaltung machten insbesondere dem Baumittelstand zu schaffen.

„Es ist kein Geheimnis, dass die deutsche Bauwirtschaft unter einem hohen Maß an Bürokratie leidet, die oft unnötig, unverhältnismäßig oder widersprüchlich ist. Die Folgen sind frustrierend und kostspielig: Verzögerungen bei der Planung und Genehmigung von Bauvorhaben, hoher Aufwand für die Erfüllung von Dokumentations- und Nachweispflichten, unklare oder sich ändernde Vorgaben für die Ausführung von Bauarbeiten, mangelnde Rechtssicherheit bei der Abwicklung von Bauverträgen, häufige Streitigkeiten und gerichtliche Auseinandersetzungen. Das alles wollen wir nicht mehr, wir wollen bauen!“,

Bürokratie binde unnötig Kapazitäten bei den Bauunternehmen. Steinbrecher betonte, dass die  mittelständische Bauwirtschaft nicht gegen Bürokratie per se sei. Sie wisse, dass sie notwendig ist, um einen ordnungsgemäßen Ablauf zu gewährleisten, um Qualitätsstandards zu sichern, um Umwelt- und Sozialbelange zu berücksichtigen, um Transparenz und Fairness zu garantieren. Die Forderung richte sich gegen Bürokratie, die unsinnig, übertrieben oder ineffektiv sei. „Wir sind für eine Bürokratie, die sinnvoll, angemessen und effizient ist“, so Steinbrecher. Deutschland brauche eine „bürokratische Wende“, forderte der Verbandsvertreter. „Wir brauchen eine Bürokratie, die unsere Arbeit erleichtert statt erschwert, die unsere Leistungsfähigkeit fördert statt hemmt, die unsere Innovationen unterstützt statt behindert, die unsere Partnerschaften stärkt statt schwächt. Eine bessere Bürokratie, die uns hilft, unsere Potenziale auszuschöpfen und unsere Ziele zu erreichen.“

Mentalitätswandel der Verwaltung nötig

Steinbrecher nannte konkrete Punkte, die der Bauwirtschaft das Leben schwer machen. So gebe es inzwischen nicht mehr überschaubare Berichts- und Dokumentationspflichten, die Kapazitäten unnötig binden und den Produktivitätszuwachs hemmen. Die Digitalisierung der Verwaltung müsse endlich vorangetrieben werden, forderte er eine Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes 2.0. Behördenübergreifende IT-Systeme müssten die Fachkräfteeinwanderung erleichtern. Generell wünschte sich Steinbrecher einen „Mentalitätswandel“ in der Verwaltung: „Unsere Vision ist eine Verwaltung, die als kooperativer Dienstleister agiert, unterstützt durch eine konsequente Digitalisierung und eine Fachkräfteoffensive.“ Die Verwaltung müsse sich entwickeln „weg vom Verhinderer, hin zum Möglichmacher“. Für die BVMB bot Steinbrecher dabei eine aktive Kooperation an. Die Bauwirtschaft wisse am besten, was nötig sei für eine Beschleunigung und Erleichterung des Bauens. „Gemeinsam können wir diese Veränderungen herbeiführen und so den Weg für eine erfolgreiche Zukunft unserer Branche ebnen.“

zuletzt editiert am 28. Februar 2024
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