Im Jahr 2026 wurden bislang mehr Baugenehmigungen für Wohnungen ausgestellt als im Vorjahr. Über tatsächlich gebaute Wohnungen sagt das nichts.
Von Januar bis August 2026 wurden in Deutschland Baugenehmigungen für 169.400 Wohnungen in neuen sowie bestehenden Gebäuden erteilt. Das waren 12,1 Prozent beziehungsweise 18.300 Wohnungen mehr als von Januar bis August 2025.
Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) weist darauf hin, dass es sich bei der Anzahl noch immer um ein Drittel weniger Genehmigungen handelt als im Jahr 2021. Damals wurden im gleichen Zeitraum über 250.000 Wohnungen genehmigt. „Wir erholen uns von einem historischen Tiefpunkt, von einem normalen Niveau sind wir noch weit entfernt“, sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Verbands. Zudem handle es sich zunächst um Genehmigungen, nicht aber um tatsächlich gebaute Wohnungen. „Ende 2025 lagen rund 450.000 genehmigte Wohnungen auf Eis, weil sich der Bau für viele nicht rechnet“, kommentiert der Verbandsvorsitzende. Auch die für 2027 geplante Einkürzung des Neubau-Etats um über 40 Prozent sieht der Verband in diesem Zusammenhang kritisch: „Bauwillige und Investoren brauchen Planungssicherheit, nicht die nächste Kehrtwende“.
Baugenehmigungen: Zahlen im Überblick
In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden von Januar bis August 2026 insgesamt 137.500 Wohnungen genehmigt, das waren 12,7 Prozent oder 15.400 Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Während für Einfamilienhäuser 7,8 Prozent (+2.300) mehr Genehmigungen erteilt wurden und bei Zweifamilienhäusern 21,7 Prozent (+1.800) auf 10.000, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 90.600 Neubauwohnungen in Mehrfamilienhäusern. Das entspricht einem Anstieg von 14,5 Prozent (+11.500) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Weitere Genehmigungen entfallen auf Wohnheime und Wohnungen in Nichtwohngebäuden.
Als Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis August 2026 insgesamt 29.100 Wohnungen genehmigt, das waren 10,1 Prozent oder 2.700 Wohnungen mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025.
