Die stilvolle Revitalisierung eines über hundert Jahre alten Wohnhauses in Berlin machte aus einem nichtsagenden Wohngebäude eine Luxusimmobilie. Hohen Anteil an dieser Transformation haben eine Dachaufstockung und deren luxuriöser Ausbau, die im Wesentlichen in Holz- und Trockenbauweise ausgeführt wurden. Für den hochwertigen Ausbau erhielt das Bauunternehmen Freyer GmbH bei der Rigips Trophy 2013 | 2014 den ersten Preis in der Kategorie Wohnbau. (Foto: Saint-Gobain Rigips)
Direkt an Berlins weltberühmter Luxusmeile Ku᾽damm liegt ein markantes Eckhaus aus dem Jahr 1902 mit Südausrichtung. Nach den Entwürfen des Berliner Architekten Peter Kaufmann und unter Projektleitung von Andreas Volland (Volland Projektmanagement GmbH) und Johannes Klar (JK Real Estate GmbH) wurde dort nicht genutzter Bestand im Dach in Wohnfläche der Extraklasse umgewandelt.
Mit dem Ausbau des brachliegenden Dachgeschosses weckte Architekt Peter Kaufmann das Gebäude deutlich sichtbar aus dem Dornröschenschlaf. Dafür sorgen u. a. eine aufgesetzte Dachkuppel am Kreuzungspunkt der beiden Gebäudeachsen sowie zur Charakteristik des Hauses passende Spitz-giebel in den Längsdachfronten. Die mit Kupfer beplankte Kuppel besteht aus Stahlkastenprofilen (200 x 100 mm) und wurde mithilfe eines 100-t-Hochkrans auf eine neue Stahltragkonstruktion gesetzt.
Während das Gebäude so an repräsentativer Außenwirkung gewann, machten sich die Ausbauprofis an die Arbeit. Thomas Marsch, Geschäftsführer der Freyer Bauunternehmen GmbH aus Müllrose in Brandenburg, erinnert sich: „Die vorgefundenen Dachräume waren in einem desolaten Zustand. Auch das Holz des Dachstuhls war in keiner guten Verfassung und konnte weder technisch noch räumlich-dekorativ genutzt werden. Daher wurde entschieden, sowohl die oberste Decke über dem vierten Obergeschoss aufwendig zu sanieren als auch die gesamte Dachkonstruktion abzureißen und neu aufzubauen.“
Im neuen Dachgeschoss waren zwei Wohneinheiten mit je rund 240 m², die dritte Wohnung mit knapp 220 m² Nutzfläche geplant. Alle drei Wohnungen verfügen sowohl über eine Dach- als auch Geschossterrasse zur Straßenseite hin. Die Wohnung unmittelbar unter der Dachkuppel verfügt zudem über eine 12 m² große Galerie, die den Raum unter der neuen Kuppel ausnutzt. Für Tageslichteinfall sorgen hier mehrere Rundfenster und Spitzgauben. Zur Beplankung der komplett geschwungenen Geometrien – sowohl der Fensterlaibungen als auch der Kuppelflächen – wurden biegsame, nur 6 mm dicke Glasroc-F-Platten verwendet. Hier wie im gesamten Ausbau griffen die Ausbauspezialisten auf Systeme von Rigips zurück.
Da es für die individuelle Turmkonstruktion keine vorgefertigten Profile gab, musste die Metallunterkonstruktion den gebogenen Turmsegmenten exakt angepasst werden. Hierfür wurde der formgebende Deckenanschluss mit vorgestanzten U-Wandprofilen für Rundwände erstellt, die CW-Wandprofile wurden in einem Abstand von 300 mm in die Bodenprofile eingestellt.
Die Glasroc-F-Platten wurden im Format 1.200 × 2.400 mm angeliefert und vor Ort der Krümmung der Turminnenwände angepasst. Der Zuschnitt der anschließend nach außen gebogenen Platten erfolgte in Dreiecksform, um den Biegeradius auszugleichen und einen stumpfen Plattenstoß an den Verbindungen der einzelnen Segmente zu erhalten. Die erste Beplankungslage wurde mit Spezialschrauben (3,5 × 19 mm) für diesen Plattentyp direkt an die Wandprofile montiert, die Befestigung der zweiten Lage erfolgte mit Schnellbauschrauben TN (gemäß Rigips- System 4.10.50). Alle Fugen wurden mit Vario Fugenspachtel und Glasfaserbewehrungsstreifen verspachtelt, die gesamten Oberflächen in Q4 ausgeführt.
Die Innenschale samt Rundungen wurde in F 30 ausgeführt
Auch die fünf runden Spitzgiebel an den zwei Längsdachfronten wurden mit den leicht biegsamen Rigips-Platten beplankt. Die Außenwände erhielten allesamt eine Vorsatzschale aus CW-50/75-Profilen, einer eingelegten 40 mm dicken Mineralwolledämmung und einer Dampfbremse. Die Bekleidung erfolgte mit zwei Lagen Bauplatten RB (12,5 mm).

Die Dachschrägen und Decken hingegen erhielten eine zweilagige Beplankung mit Feuerschutzplatten RF, direkt auf die Holzsparren verschraubt. „Dem Brandschutzkonzept des Architekten folgend haben wir u. a. mit den Feuerschutzplatten Riflex und Ridurit eine komplette Innenschale in F 30 erstellt. Gleichzeitig konnten wir durch die Spitzgiebel die Raumhöhe des komplett neu errichteten Dachstuhls von rund 4 m auch in weiten Teilen der Dachschrägenbereiche beibehalten“, so Thomas Marsch.
Als zusätzliches gestalterisches Element wurden an der Unterdecke aller größeren Wohnräume bis zu 75 m² große Deckensegel mit integrierter LED-Beleuchtung realisiert: Hierfür wurde die Unterkonstruktion aus Grund- und Tragprofil etwa 150 mm tief abgehängt und einlagig mit Bauplatten RB beplankt (Rigips-System 4.05.24).
Die Raumaufteilung der drei Wohnungen wurde mit Ständertrennwänden in Stärken zwischen 100 und 150 mm und einer zweilagigen Beplankung aus Bauplatten RB bzw. Feuerschutzplatten RF geschaffen. Alle tragenden Mittel- und Wohnungstrennwände wurden als Fachwerk mit aussteifender Wirkung und Brandschutzverkleidung hergestellt.
Keine Kante ohne Eckschutzschiene, alle Flächen in Q4
Ein weiteres funktionales wie optisches Highlight bilden die in allen Wohnungen eingebauten Schiebetüren: Sie wurden als Sonderkonstruktion in Doppelständerwände (UA-Profile mit Holzeinlage) integriert. Daneben gab es eine Reihe weiterer Herausforderungen: Lichtkuppeln in der Dachkonstruktion sollten eingebaut und brandschutztechnisch bekleidet werden, Klimatisierungsgeräte sollten in die Wandkonstruktionen integriert und nahezu unsichtbar werden. Erschwerend kam hinzu, dass die Anlieferung des gesamten Baumaterials von außen über einen speziellen Hochkran erfolgen musste.

Oberste Priorität hatte bei allen Maßnahmen die Kantenausbildung und Oberflächenbehandlung. Gerade bei den Gestaltungselementen an den Decken, den integrierten Kaminecken, den Übergängen von Fensterlaibung zu Vorsatzschale und vielen weiteren Details war Augenmaß und ein exaktes Arbeiten unabdingbar. Keine Kante blieb ohne Eckschutzschiene. Alle Flächen, insgesamt über 3.600 m², wurden mehrfach verspachtelt und nachgeschliffen auf die Qualitätsstufe Q4 gebracht. Darauf folgte ein deckender Grund-, Zwischen- und Schlussanstrich mit weißer Dispersionsfarbe. „Mit großer Sorgfalt haben wir so innerhalb von sechs Monaten Wohnräume im Premiumsegment schaffen können, die diese Bezeichnung tatsächlich verdienen“, so Thomas Marsch. Eine Meinung, der sich auch die gesamte Fachjury der 9. Rigips Trophy 2013 | 2014 anschloss.