Rigips-Carhotel-2
Im Zusammenspiel der hinterleuchteten Aussparungen und Rundungen mit den glatten Oberflächen wird deutlich, welcher Idee der Architekt mit dieser aufwendigen Deckenkonstruktion folgte. (Foto: Jose Arjona)

Veranstaltungen 2015-06-11T00:00:00Z Kategorie Shop-/Präsentationsflächen: Der 1. Platz

Eine automotive Erlebnislandschaft erwartet die Kunden in den Räumen der BRC Stuttgart, wenn sie dort im „Carhotel“ ihren Oldtimer oder ihre Nobelkarosse zur Pflege einstellen. Die extravaganten Formen und Farben forderten auch das Ausbauteam der Malerwerkstätten Heinrich Schmid aus Pfullingen heraus, das mit seinen Leistungen im Objekt schließlich den ersten Platz im Leistungsbereich Shop-/Präsentationsflächen der 9. Rigips Trophy 2013/2014 errang.

Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind – zumal wenn es sich dabei um ganz besondere Autos handelt: Oldtimer, Nobelkarossen oder Sportflitzer der Premiumklasse. Wer solche Gefährte sein Eigen nennt, der will natürlich wissen, dass sein Lieblingsstück gut versorgt ist, wenn sein Besitzer in den Urlaub jettet. Auch wenn die Wintermonate anbrechen und die fahrbaren Schätze auf vier Reifen vor den Unbillen des hiesigen Klimas geschützt werden müssen, ist es für den Besitzer beruhigend zu wissen, dass sein Liebling in einem „Carhotel“ gut gepflegt wird.

Unweit des Stuttgarter Flughafens findet sich im Stadtteil Plieningen ein solches „Carhotel“. Dessen Betreiber, die BRC Stuttgart, erbringt in extravaganter Umgebung Dienstleistungen rund ums Auto. Darüber hinaus kann das Carhotel mit seinem Interieur als Kulisse für Firmenveranstaltungen oder private Events angemietet werden.

Für Liebhaber edler Karossen präsentiert sich das Carhotel über drei Etagen und auf rund 1.600 m2 als automotive Erlebnislandschaft. Staunen lassen den Besucher dabei nicht nur die ausgestellten Premiumfahrzeuge oder das Rahmenprogramm, sondern vor allem die extravagant gestalteten Innenräume. In nur knapp zweieinhalb Monaten realisierte das Team der Malerwerkstätten Heinrich Schmid GmbH & Co. KG die Gestaltungsideen des Architekturbüros id.architektur.innenraum.corporatedesign aus Stuttgart.

Lichtnischen stellen hohe Anforderungen an die Oberflächen

„Am Anfang stand eine Computeranimation des Architekten. Schnell war uns klar, dass die darin gezeigten Formen, Höhenversätze und freien Auskragungen selbst moderne Trockenbausysteme in den Grenzbereich des technisch noch Möglichen bringen würden. Eine Herausforderung, die wir jedoch dank einer engen Abstimmung mit dem technischen Außendienst unseres Partners Rigips stemmen konnten“, erinnert sich Herbert Wanner, Abteilungsleiter Trockenbau und Putzarbeiten bei Heinrich Schmid.

Bevor jedoch mit den eigentlichen Ausbauarbeiten begonnen wurde, legte das Baustellenteam alle Böden mit Holzfaserplatten aus. Schäden an den bereits fertiggestellten Böden aus Kunststeingranulat, insbesondere im Zuge der umfangreichen Deckenarbeiten, sollten so vermieden werden. Zunächst beschäftigte sich das Ausbauteam mit den umlaufenden, bauseits verputzten Betonwänden. Sie erhielten eine Vorsatzschale aus Wandprofilen CW 50, der Boden- und Deckenanschluss erfolgte über UW-50-Profile (alle Systemkomponenten Rigips). Gerade Flächen wurden zweilagig mit 12,5 mm dicken Bauplatten RB beplankt.

Rigips-Carhotel-4
Die Pläne des Architekturbüros sahen vor, den Deckenaufbau mit auskragenden Freiformen, quasi als schwebende Scheiben, auszuführen. Als Basis hierfür dient das Rigips-System 4.05.83 für Weitspannträgerdecken.

Die geschwungenen Wandbereiche erhielten eine zweilagige Bekleidung mit biegsamen GK-Formplatten. In den Vorsatzschalen waren konkav und konvex mit runden Kanten ausgebildete Aussparungen und Nischen vorgesehen, die in Freiformen zu gestalten waren. Dazu wurden Planpapiere im Maßstab 1 : 1 auf die GK-Flächen übertragen, diese frei ausgeschnitten und anschließend komplett mit flexiblen PVC-Profilen gespachtelt. Dabei waren die perfekte Ausführung der Vorsatzschalen, der Aussparungen und der Oberflächenbehandlung gleichermaßen von Bedeutung, denn sämtliche Nischen erhielten zusätzlich eine Hinterleuchtung und spielen im architektonischen Farbkonzept eine wichtige Rolle.

Materialmix ermöglicht eine extravagante Deckengestaltung

Die Wandausbildung diente den Trockenbauexperten jedoch eher als „Warm-up“, denn erst die Konstruktion der Deckenfelder forderte das Know-how des gesamten Heinrich-Schmid-Teams. „Die Pläne des Architekturbüros sahen vor, den Deckenaufbau mit auskragenden Freiformen, quasi als schwebende Scheiben, auszuführen. Zur Realisation haben wir uns an dem Rigips-System 4.05.83 für Weitspannträgerdecken orientiert. Die Unterkonstruktion bilden ca. 500 mm tief abgehängte UA-50/2-Profile, die bis zu 1,5 m frei auskragend montiert wurden. Eine weitere Herausforderung bestand im exakten Einmessen und Ausschneiden von zahlreichen Aussparungen in den Deckenflächen“, so Herbert Wanner.  Diese

Rigips-Carhotel-3
Die Schlosser des Ausbauteams fertigten Säulenringe aus Aluminium mit vier Laschen. Diese wurden in die runden Aussparungen eingebaut, verspachtelt und mit entsprechenden Lochblechen an den umlaufenden Rändern bekleidet.

Aussparungen in zwölf unterschiedlichen Radien – sie erinnern ein wenig an Luftblasen – entstanden aus einem ausgeklügeltem Materialmix: „Unsere Schlosser haben hierfür spezielle Säulenringe aus Aluminium mit Laschen in 100 mm Höhe gefertigt. Diese wurden dann in die runden Aussparungen eingebaut, verspachtelt und mit entsprechenden Lochblechen an den umlaufenden Rändern bekleidet “, so Herbert Wanner.

Für die vielfach konvex und konkav geschwungenen Beplankungen sowie die analog zu den Säulenringen 100 mm hohen frei auskragenden Stirnkanten verwendete das Ausbauteam biegsame Glasroc-F-Platten (Riflex), mit denen Radien von bis zu 600 mm ausgebildet werden können. „Eine Grenze, die wir bei einigen engen Rundungen durchaus erreicht haben. Die Platte ließ sich aber auch dort noch gut verarbeiten und zeigte keinerlei Schwächen in den Oberflächen“, lobt Herbert Wanner.

Im Rahmen der folgenden Spachtelarbeiten wurde zunächst in alle Fugen ein Glasfaserbewehrungsstreifen eingebracht, vor- und nachgespachtelt und so auf Q2- Qualität gebracht. Auch an den Decken erhielten sämtliche Rundungen flexible PVC-Eckschutzschienen, bevor anschließend alle Flächen eine vollflächige Verspachtelung mit Fertigspachtel (ProMix Plus) erhielten. Im

Rigips-Carhotel-5
Für die geschwungene Beplankung sowie die 100 mm hohen frei auskragenden Stirnkanten verwendete das Ausbauteam biegsame Glasroc-F-Platten (Riflex). (Foto: Malerwerkstätten Heinrich Schmid)

Zusammenspiel der hinterleuchteten Aussparungen und Rundungen mit den glatten Oberflächen wird deutlich, welcher Idee der Architekt mit dieser aufwendigen Deckenkonstruktion folgte: Fast automatisch assoziiert der Betrachter eine Wasserpfütze, auf der ein Ölfilm schwimmt und durch die man mit dem Finger gleitet. Luftblasen werden aufgewirbelt, kleine Wellen entstehen – für diesen Eindruck sorgen mehrfarbige LED, die die Aussparungen hinterleuchten.

zuletzt editiert am 23. Februar 2022
Newsletter