Freyburg (Unstrut) Kirchplatz Kategorie Außenbeleuchtung
Foto: SSP Schmitz Schiminski Partner GbR

Veranstaltungen 2018-06-26T00:00:00Z Kategorie Öffentliche Bereiche/Außenbeleuchtung

Das bedeutendste Baudenkmal der kleinen Winzerstadt Freyburg ist die Kirche St. Marien, landläufig als „kleine Schwester“ des Naumburger Doms bezeichnet, mit dem sie tatsächlich eine große Ähnlichkeit aufweist und in wesentlichen Teilen zeitgleich erweitert wurde. Der Kirchplatz wurde mit dem Lichtdesign-Preis ausgezeichnet. (Foto: SSP Schmitz Schiminski Partner GbR)

Als Ergebnis eines freiraumplanerischen Wettbewerbs wurden der Kirchplatz und die angrenzende Kirchstrasse durch die Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Lohrer und Hochrein neu gestaltet, um die Marienkirche angemessen in Szene zu setzen. Der Kirchplatz sollte zugleich für Veranstaltungen, insbesondere das überregional bekannte Winzerfest und den Weihnachtsmarkt nutzbar gemacht werden.

Die im Unstruttal weithin sichtbare Kirche – eine spätromanische Basilika – ist mit ihrer Doppelturmfassade das beherrschende Bauwerk der Innenstadt. Diese Präsenz unterstreicht das Lichtkonzept von SSP Schmitz Schiminski Partner GbR.

Freyburg Kirchplatz
Foto: SSP Schmitz Schiminski Partner GbR

Weitestgehend homogen und zurückhaltend umgibt weiches Licht die Fassaden von Chorraum, Querhaus und Seitenschiffe, während der Doppelturm architekturbezogen und akzentuiert hervorgehoben wird: Warmweißes Licht für die Muschelkalkfassaden „wächst“ differenziert nach oben, Licht mit kühler Farbtemperatur sorgt für die prägnante Darstellung der grünen Patina der Turmhelme. Das „Paradies“, der spätgotische Vorbau des Westportals, wird detailliert inszeniert. Nahezu alle Leuchten sind einzeln dimmbar, um die Beleuchtungsstärke auf die unterschiedlichen Helligkeitswerte der Fassade anpassen zu können. Zugleich werden Platz und Stadtraum auch in den Abendstunden attraktiv und erlebbar. Dem Wunsch des Bauherrn entsprechend wurden die bestehenden historisierenden Leuchten modernisiert und weiter genutzt und die Maste und Wandleuchten wurden mit 230V Miniatur-Steckdosen für die Weihnachtsbeleuchtung ausgestattet. Auf ein direktstrahlendes Leuchtensystem mit Reflektor oder Linsentechnik wurde bewusst verzichtet, um den Sehkomfort für Gottesdienstbesucher und abendliche Flaneure zu erhöhen und den Stadtraum durch „gezieltes Streulicht“ erkennbar zu machen. Nach 23.00 Uhr wechselt die Lichtszene in den Nachtmodus, indem die Gebäudebeleuchtung zum Teil zurückgeschaltet wird, während die Fernsicht der Türme erhalten bleibt.

Lichtplanung:

Peter Schmitz, Matthias Schiminski, Henrik Nolte, Kathrin Dittmar

Weitere Projektbeteiligte:

Bauherr:

Verbandsgemeinde Unstruttal

Architekt/Innenarchitekt:

Lohrer.Hochrein Landschaftsarchitekten u. Stadtplaner

zuletzt editiert am 23. Februar 2022
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