Im Rahmen einer umfangreichen Umbaumaßnahme sollten das Mitarbeiterrestaurant des HSBC Casinos sowie die dazugehörigen Küchenräume architektonisch und lichttechnisch optimiert werden. Die tageslichtlosen Räumlichkeiten befinden sich im Untergeschoss und weisen eine für die 70er Jahre typische Beleuchtung und innenarchitektonische Gestaltung auf. (Foto: Licht Kunst Licht AG)
Eine wesentliche Entwurfsaufgabe war die Herstellung eines nachträglichen Tageslichteintrags und Außenweltbezugs durch die Herstellung eines neuen Lichtschachtes. Aus baulichen Gründen hätte jedoch nur eine beengte Schachtgeometrie mit kleinen Fenstern vorgesehen werden können. Detaillierte Untersuchungen ergaben, dass der Tageslichteintrag sehr gering ausfallen würde und die Dynamik des Lichts sowie die Veränderung der Lichtfarbe nur sehr eingeschränkt wahrnehmbar wären.
Resultierend aus diesen Ergebnissen erschien der enorme bauliche Aufwand nicht angemessen. Der Mehrwert für die Nutzer konnte also nur durch eine künstliche Beleuchtung entstehen, welche das natürliche Licht unter Einbeziehung des Tages- und Jahreszeitenverlaufs, der Dynamik, Lichtfarbe, Lichtrichtung und Lichtintensität simuliert und gleichzeitig die Stabilisierung des circadianen Rhythmus der Nutzer fördert.

Das architektonisch prägendste Element der Kantine ist heute ein von Licht Kunst Licht entworfenes raumhohes und mehr als 20 Meter langes, künstliches „Panoramafenster“, welches das fehlende Tageslicht kompensiert und einen imitierten Bezug zum Außenraum herstellt. Am Fuß und im Deckenbereich der Fensterverglasung sind lineare LED Leuchten verdeckt angeordnet. Deren Beleuchtungsintensität und Lichtfarbe werden in Abhängigkeit von der Tageszeit durch ein intelligentes Lichtsteuerungssystem automatisch angepasst.
Der Gastraum gliedert sich in hell gestaltete, unterschiedliche Sitzzonen sowie in einen fast ausschließlich in schwarz gehaltenen Free Flow-Bereich. Die Sitzbereiche neben dem Eingang sowie entlang des Panoramafensters werden von Pendelleuchten akzentuiert, während die große, flexibel nutzbare Sitzzone im zentralen Gastraum durch eine gitterartige Lichtstruktur eher gleichmäßig illuminiert wird. Die druckvolle Akzentbeleuchtung über den Buffetstationen wird durch dezente Deckeneinbauleuchten im Wegebereich ergänzt. Die Farbtemperatur der Wegebeleuchtung sowie der Beleuchtung im angrenzenden offenen Küchenbereich ist ebenfalls variabel und wird simultan mit der Lichtwand gesteuert.
Lichtplanung:
Isabel Sternkopf, Andreas Schulz
Weitere Projektbeteiligte:
Bauherr:
HSBC, Düsseldorf
Architekt/Innenarchitekt:
ttsp hwp seidel Planungsgesellschaft mbH
Elektroplanung:
Ingenieurbüro Heiming