07.10.2010 Psychische Erkrankungen und Muskel- und Skelettkrankheiten sind weiter auf dem Vormarsch. Bei einem unveränderten Krankenstand von 4,3 Prozent setzt sich die Entwicklung in der Gesundheitssituation des Handwerks auch im ersten Halbjahr 2010 fort.
Dadurch nimmt auch die Zahl der Langzeiterkrankungen (über 42 Tage) zu, besagt eine Erhebung der Krankenversicherung IKK classic. Durchschnittlich fehlte ein kranker IKK-Versicherter in Baden-Württemberg und Hessen im 1. Halbjahr 2010 mit 15,8 Tagen über einen Tag länger als 2006, dem Jahr des historisch geringsten Krankenstands.
Muskel- und Skeletterkrankungen und darunter insbesondere Rückenbeschwerden sind nach den Auswertungen der IKK Classic die Ursache von 27,7 Prozent der Krankheitstage. Diese Krankheitsformen betreffen überdurchschnittlich viele ältere Arbeitnehmer: Bei den 50- bis 59-Jährigen machen sie rund ein Drittel und bei den über 59-Jährigen 41 Prozent aller Fehltage aus. Mit dem demographischen Wandel werden diese Altersgruppen in den kommenden Jahren auch im Handwerk in Baden-Württemberg und Hessen immer größer.
Krankheitsursachen Nummer zwei und drei nach den Muskel- und Skeletterkrankungen sind im Handwerk Verletzungen und Vergiftungen mit 17,6 Prozent (im langjährigen Vergleich rückläufig: 20,0 Prozent im Jahr 2006; 2009: 17,2 Prozent) und Krankheiten der Atmungsorgane mit 13,1 Prozent (2006: 12,5 Prozent; 2009: 15,7 Prozent dieser hohe Wert war auf die Grippewelle im Frühjahr 2009 zurückzuführen).
Auf Platz vier liegen psychische Erkrankungen mit 7,4 Prozent (im langjährigen Vergleich kontinuierlich ansteigend 2006: 6,2 Prozent; 2009: 7,2 Prozent).