Nach einem Umsatzplus von 5,8 % im Gesamtjahr 2010 konnte die deutsche Holzin-dustrie ihren Umsatzzuwachs im ersten Halbjahr 2011 kräftig ausbauen. Die Umsätze der Herstellerbetriebe liegen mit einem Anstieg von 10,4 % auf 16 Mrd. € deutlich über Vorjahresniveau.
Die 394 Betriebe (-2,2 %) mit mehr als 50 Beschäftigten im Holzgewerbe (also der Holzindustrie ohne Möbelindustrie) setzten zwischen Januar und Juni 2011 insgesamt 7,3 Mrd. € um und damit 13,8 % oder rund 800 Mio. € mehr als im ersten Halbjahr 2010 (6,5 Mrd. €). Infolge der positiven konjunkturellen Entwicklung stieg die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um 1,8 % oder um 1.000 auf rund 56.200.
Die Steigerung der Erlöse um 13,8 % im gesamten Holzgewerbe ist in erster Linie auf die positive Inlandsnachfrage zurückzuführen. Während der Umsatzzuwachs im Inland 14,9 % betrug, waren es im Ausland nur 10,9 %. Die Exportquote lag somit bei 28,1 % und damit leicht unter dem Vorjahreswert (28,9%).
Aufgrund der nach wie vor positiven Fundamentaldaten in Deutschland rechnen wir nicht mit einem Konjunktureinbruch, sondern nur mit einer leichten Abschwächung. Wegen des bisherigen Konjunkturverlaufs, der positiven Impulse im baunahen Bereich sowie des gestiegenen Preisniveaus gehen wir für das Gesamtjahr 2011 von einem Umsatzanstieg im Holzgewerbe von rund 10 % aus. Für die gesamte Holz- und Möbelindustrie dürfte der Umsatzanstieg angesichts der etwas geringeren Dynamik bei den Möbeln im Gesamtjahr 2011 bei 7 bis 8 % liegen.
Derzeit machen die kontinuierlich steigenden Holzpreise unseren Unternehmen das Leben besonders schwer. Alleine im Jahr 2010 ist der Preis für Schnittholz um 19 Prozent gestiegen und bis Juni 2011 nochmals um wei-tere 8,5 Prozent. Eine Entspannung ist also nicht in Sicht. Im Gegenteil: es sind weitere Preiserhöhungen angekündigt. Diese Preissteigerungen kommen hauptsächlich deshalb zustande, weil die Waldbesitzer das Angebot künstlich knapp halten. 2010 wurden lediglich 54,4 Millionen Festmeter eingeschlagen 8,5 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen sieben Jahre. 2011 wird dies nicht großartig anders aussehen. Dabei wächst derzeit in Deutschland viel mehr nach als eingeschlagen wird. Pro Jahr nimmt der Waldbestand um 95 Mio. Festmeter zu, wovon jedoch nur ca. die Hälfte geerntet wird. Daher ist auch die zunehmende Tendenz der Bundesländer unverständlich, Waldflächen aus der wirtschaftlichen Nutzung zu nehmen, weil dadurch das Angebot ohne Not noch weiter verknappt wird. Es ist genug heimisches Holz vorhanden. Es verstärkt zu nutzen, wäre für Umwelt und Industrie mehr als sinnvoll.
Zusätzlich zur künstlichen Verknappung werden die Energie- und Klimaschutzziele der Bundesregierung absehbar zu einem verstärkten Einsatz von Biomasse zur Verstromung führen und damit den Konkurrenzkampf um den Rohstoff Holz tendenziell weiter verschärfen. Für uns ist klar: die stoffliche Nutzung von Holz muss ganz deutlich Vorrang haben. Eine Verbrennung des Holzes darf erst nach einer Kaskadenutzung erfolgen.
