Fugendichtstoffe und Fugendichtungsbänder können einen Beitrag zu wohngesunden Innenräumen leisten. Eine neue Broschüre zu „Emicode“-zertifizierten Produkten hilft bei der Auswahl.
Die Forderung nach Nachhaltigkeit ist bei der Arbeit von Architekt:innen, Bauingenieuren, Bauausführenden und Baustoffhändler:innen ein ständiger Begleiter. Gemäß dem „Drei-Säulen-Modell“ umfasst der Begriff Nachhaltigkeit ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte. Bei der Bewertung von Bauprodukten steht meist der ökologische Gesichtspunkt im Vordergrund. Es wird erwartet, dass die Fertigung von Bauteilen schadstoffarm sowie ressourcen- und energieschonend erfolgt. Diese gewährleisten wiederum eine langfristige, umweltschonende und wohngesunde Nutzung des Gebäudes. Dass Bauprodukte und Bauteile ihre Funktion möglichst emissionsarm erfüllen, ist von größter Bedeutung, da Nachhaltigkeitsanforderungen hinsichtlich Luftdichtheit und Energieeffizienz inzwischen zu einem geringeren Luftaustausch im Gebäude führen. Höhere Schadstoffkonzentrationen und eine längere Verweilzeit von Ausgasungen können bei schlechter Lüftung daher gesundheitliche Beeinträchtigungen der Gebäudenutzer zur Folge haben.
Fugendichtstoffe können auch Schadstoffe emittieren
Diese Problematik zeigt sich auch bei der Verwendung von Fugendichtstoffen und Fugendichtungsbändern, die für die Luftdichtheit eines Gebäudes eine zentrale Rolle spielen. Bei der Auswahl geeigneter und dabei nachhaltiger und wohngesunder Dichtstoffe und Dichtbänder kann das „Emicode“-Siegel der 1997 gegründeten Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte e. V. (GEV) helfen. Es hat sich als herstellerneutrales, Qualitäts- und Umweltsiegel etabliert, das auch bei den großen nationalen und internationalen Zertifizierungssystemen für Nachhaltigkeit wie DGNB, BREEAM und LEED Berücksichtigung findet.
Um eine Zertifizierung zu erhalten, müssen Produkte mehrere ökologische Kriterien erfüllen. Nach Angaben der GEV ist eine Reihe von Stoffen in „Emicode“-Produkten gar nicht oder nur in äußerst geringen Mengen und Konzentrationen zugelassen. Externe Prüflabore stellen sicher, dass insbesondere flüchtige karzinogene Bestandteile sowie flüchtige und schwerflüchtige Stoffe wie VOCs nur in solchen Konzentrationen vorkommen, die die Einhaltung der NIK-Werte (niedrigste interessierende Konzentration) und des R-Werts (Risikoindex) sicherstellen.
Alle Fugendichtstoffe und Fugendichtungsbänder gibt es auch mit den anspruchsvollsten „Emicode“-Einstufungen EC 1 und EC 1PLUS. Die so lizenzierten Produkte genügen höchsten Anforderungen an Anwender-, Verbraucher- und Umweltschutz.
Mit der Broschüre „Einfluss von Fugendichtstoffen und Fugendichtungsbändern auf die Nachhaltigkeit von Gebäuden“ möchte die GEV am Bau Beteiligte dabei unterstützen, die Auswirkungen von Fugendichtstoffen und -Bändern auf die Nachhaltigkeit eines Gebäudes zu bewerten, geeignete Stoffe auszuwählen und zu Hintergründen informieren.
