25,4 Prozent der Unternehmen des Bauhandwerks und 24,9 Prozent der Betriebe im Ausbauhandwerk warten bei öffentlichen Auftraggebern bis zu 90 Tage auf den Zahlungseingang für geleistete Arbeit. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Verbandes der Vereine Creditreform hervor.
Zu deren Ergebnissen nimmt Volker Ulbricht, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Vereine Creditreform e.V., in einem Interview mit dem Magazin „Die Baustelle“, Organ des Baugewerbe-Verbandes Niedersachsen, Stellung. Sie sind Teil einer Firmenumfrage unter rund 1300 Handwerksunternehmen.
Die Zahlungsmoral der öffentlichen Hand ist demnach wesentlich schlechter als die privater Auftraggeber. Nach der Creditreform-Erhebung warten nur 6,7 Prozent aller Unternehmen des Bauhandwerks und nur 8,5 Prozent bei privaten Auftraggebern ähnlich lange auf ihr Geld. „Das Zahlungsverhalten öffentlicher Auftraggeber trägt sicherlich dazu bei, dass Betriebe pleite- und Arbeitsplätze verlorengehen“, erklärt Volker Ulbricht im Gespräch mit dem BVN-Magazin. Die Insolvenzbetroffenheit von Baubetrieben sei auch deshalb „die höchste aller Branchen“.
Matthias Wächter, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbe-Verbandes Niedersachsen: „Die Statistik von Creditreform zeigt, dass im Langfristvergleich so gut wie keine Besserung des Zahlungsverhaltens im öffentlichen Sektor zu sehen ist.“ Hierzu erklärt Creditreform-Hauptgeschäftsführer Ulbricht: „Die öffentliche Hand erweist sich weder als Zahlerin noch beim Beitreiben ihrer Forderungen als vorbildhaft. Das sind zwei Seiten einer Münze. Wer seine Forderungen nicht eintreibt, ist auch kein guter Zahler. Die meisten Einrichtungen im kommunalen Sektor befinden sich in dieser Hinsicht in einem kläglichen Zustand.“
Zahlungsfristen öffentlicher Kunden
Zahlungsfristen privater Kunden
Angaben in % der Befragten, 820 Betriebe im Bau- und Ausbauhandwerk bundesweit. Quelle: Verband der Vereine Creditreform e.V.
