Der Trockenbau hat ein "massives" Imageproblem…
Ein Grundton zog sich durch die Vielzahl der Themen, die die bauindustriellen Trockenbau-Unternehmer auf ihrer Jahreshauptversammlung kürzlich in Basel behandelten: das Imageproblem des Trockenbaus als Branche. Helmut Bramann, Geschäftsführer der Bundesfachabteilung Akustik- und Trockenbau im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, zeigte gleich zu Beginn der Jahreshauptversammlung Charts, die belegten, dass der Trockenbau im Vergleich zu anderen Gewerken bei der Preisentwicklung am schlechtesten abschneidet.
Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Bauindustrie, ging in seinem Vortrag noch weiter und forderte: "Wir müssen weg vom Image des konfliktären Baus." So sei auch mehr Partnerschaft zwischen GU und Nachunternehmern dringend nötig. "Der Bau muss stärker zusammenstehen! Wir dürfen uns nicht atomisieren lassen", schwor er die Zuhörer ein, sonst seien die Zukunftsaufgaben am Markt und auf politischer Ebene nicht zu bewältigen.
Mit dem Fachkräftemangel verwies Knipper auch auf ein weiteres Problem der Branche. Bereits 2010 waren rund 42 % aller Baufachkräfte 45 Jahre und älter. Fast die Hälfte aller Arbeitsplätze am Bau seien in den Krisenjahren 1995-2005 weggefallen. Seither kämpfe der Bau mit einem schlechten Image und es gelänge auf Ebenen nicht mehr, genügend qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Gerhard Geske, Leiter des ABZ in Hamm, bestätigte die dramatische Entwicklung: "Trotz guter konjunktureller Lage geht die Ausbildungsbereitschaft weiter zurück."
Eine "Initiative Pro Trockenbau" soll die Branchenarbeit stützen
"Wir brauchen ein berufliches Qualitätssystem im Trockenbau", meinte Knipper und verwies dabei auf den Wegfall des Meisterzwangs im Trockenbau im Zuge der Reform der Handwerksordnung vor einigen Jahren. Heute müsse man das Thema "ambivalent" betrachten. Auf jeden Fall müsse man eine gemeinsame Lösung zusammen mit dem Bauhandwerk finden.
Gemeinsame Lösungen mit den Verbandspartnern im Baugewerbe erarbeiten die bauindustriellen Trockenbauer schon seit geraumer Zeit im "Gesprächskreis Ausbau". Felizitas Skala, die Vorsitzende der Bundesfachabteilung, stellte hierzu einige Ergebnisse der letzten Treffen vor. Im Rahmen der verbandpolitischen Positionierung wurde auch ein Modell vorgestellt, wie man sich mit einer "Initiative Pro Trockenbau" auch eine Verbesserung der übergreifenden Branchenarbeit mit anderen Partner vorstellen könne. Hier spielte die Zusammenarbeit mit dem Bundesverband in den Gewerken Trockenbau und Ausbau (BIG) ebenfalls eine Rolle. (Ein Interview zum Thema sowie einen ausführlicheren Bericht lesen Sie auch in der Ausgabe 6/12 von Trockenbau Akustik)

Die Wahl war auf den Tagungsort Basel, weil Durlum als Sponsor des Treffens im benachbarten Schopfheim auf der deutschen Seite der Grenze angesiedelt ist. Bereits am Vortag hatte der Spezialist für Metalldecken und Lichtsysteme gemeinsam mit dem Co-Sponsor Alanod zum grenzüberschreitenden Verkehr zur Besichtigung seines Werkes sowie zu Vorträgen geladen und hatte dabei sehr viele Trockenbau-Unternehmer angezogen. Angesichts des ausgequetschten Preisniveaus im Standardtrockenbau war dies nicht überraschend, sind doch Licht und Lichtlenkung echte Spezialaufgaben, mit denen sich noch Geld verdienen lässt.
Das prallgefüllte Rahmenprogramm der Tagung umfasste u. a. auch eine stimmungsvolle Feier im "Historischen Schützenhaus" in Basel sowie einen Ausflug zur Architektur-Ausstellung im Vitra-Haus in Weil am Rhein.
Bildergalerie: Das war die Mitgliederversammlung 2012 in Basel