Brandschutz 2010-09-29T00:00:00Z Bleib trotz Feuer stehen!

Eine wesentliche Rolle beim vorbeugenden Brandschutz spielt die Abgrenzung aneinander gebauter Gebäude oder Bildung von Brandabschnitten in großflächigen Gebäuden. Zur Trennung von Brandabschnitten werden spezielle Brandwände eingesetzt.

Sie sollen die Ausbreitung von Feuer auf andere Gebäude oder Gebäudeabschnitte verhindern. Brandabschnitte können durch solche tragenden oder nichtragenden "Systembrandwände" erstellt werden. Neben den klassischen "Massivbrandwänden" haben sich Brandwände in Trockenbauweise etabliert, da sie schlanker ausgeführt werden können als Mauerwerkswände. Allerdings verlangt die DIN 4103 neben dem Feuerwiderstand von 90 Minuten auch noch den Nachweis erhöhter Standsicherheit

Dieser wird durch eine Stoßbeanspruchung im Anschluss an den Brandversuch (ca.90 Min. später) durchgeführt. Dabei wird mit einem Bleischrotsack ein dreimaliger Stoß von je 3000 Nm auf die Wand gegeben, wobei die Wand stehen bleiben muss. Bei dieser Versuchssimulation wird davon ausgegangen, dass Brandwände während des Brandes oder in der Abkühlungsphase durch herabstürzende Bauteile oder umfallende Einrichtungsgegenstände getroffen werden und die Schutzfunktion auf der feuerabgewandten Seite erhalten bleiben muss. Die Stoßbelastung von 3000 Nm entspricht dem freien Fall einer Masse von 200 kg aus einer Höhe von 1,5 m.

Brandwände bestehen aus einer Unterkonstruktion aus Stahlprofilen, Stahlblechen in Kombination und mehrlagigen Beplankungen. Durch die Abfolge der Plattenlagen ergänzen sich die Materialien Gips und Stahl zu einem leistungsfähigen Ganzen.

Beplankung

Im Gegensatz zu den Brandschutzwänden deren Anforderungen fast ausschließlich mit GK-Feuerschutzplatten und Gipsfaserplatten erfüllt werden, setzen Brandwandhersteller eine Reihe zusätzlicher Beplankungen ein. Neben GK-Feuerschutzplatten sind das vor allem Calciumsilikatplatten und Platten aus Vermiculite (Blähschiefer). Beide Plattentypen zeichnen sich durch einen hohen isolierenden Charakter aus.

Alle Brandwände sind in Sandwich-Form aufgebaut. Auf eine feuerhemmende und isolierende Plattenschicht aus gipsgebundenen Material folgt eine durchgehende Stahlblecheinlage, die sowohl für Stabilität als auch für Standsicherheit sorgt. Darüber hinaus verhindert diese Stahlblecheinlage das Durchschlagen der Flammen auf die zweite Gipslage, wenn die erste durch Brandeinwirkung abgefallen ist. Erst wenn diese Stahleinlage zerstört ist, können die Flammen die zweite oder dritte Plattenlage angreifen. (Je nach System des einzelnen Anbieters besitzen die Brandwände zwei oder drei Plattenlagen pro Wandseite.)

Dämmwolle

Weiterhin wird in den meisten Brandwänden der Wandhohlraum mit nichtbrennbarer Mineralwolle ausgeführt. Zum Einsatz kommen Steinwolle- und Glasfasermatten, die durch ihre Feuerwiderstandsfähigkeit den Durchtritt der Flammen auf die andere Wandseite verzögern.

Unterkonstruktion

Die Unterkonstruktion wird aus handelsüblichen Stahlprofilen gebaut. Allerdings wird die Konstruktion bei einigen Anbietern durch Querriegel verstärkt. Der jeweilige Konstruktionsaufbau ist den technischen Unterlagen der Hersteller zu entnehmen.

zuletzt editiert am 23. Februar 2022
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