Der Hauptverband der deutschen Bauindustrie (HDB)sowie der Zentralverband des deutschen Baugewerbes (ZDB) haben die Prognosen für das Baujahr 2017 vorgestellt. Demnach wird der Umsatz in allen Bausparten wachsen, wenn auch auf unterschiedlich hohem Niveau. Außerdem wird eine Steigerung der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe um 10.000 erwartet. (Foto: ZDB)
Treiber der Entwicklung wird der Wohnungsbau mit einem Umsatzwachstum von 7 % bleiben. Ursachen sind u. a. eine hohe Nettozuwanderung und eine anhaltende Binnenwanderung in die großstädtischen Verdichtungsräume. Die Fertigstellungen bleiben weiterhin hinter dem prognostizierten Bedarf zurück. Inklusive der Umbaumaßnahmen im Bestand wurden im vergangenen Jahr etwa 280.000 bis 290.000 Wohnungen fertiggestellt. Für das neue Jahr wird eine weitere Zunahme auf 310.000 bis 320.000 Wohneinheiten erwartet. Damit wird der Bedarf von jährlich mindestens 350.000 Wohnungen verfehlt.
Im Öffentlichen Bau wurde im Vorjahr mit 5 % das höchste Umsatzwachstum seit dem Jahr 2011 verzeichnet. Zumindest auf Ebene des Bundes habe die stetige Kritik am Zustand der Infrastruktur und an der Investitionszurückhaltung der öffentlichen Hand Früchte getragen. Länder und Kommunen sollten noch folgen.
Trotz einiger eher belastender Rahmenbedingungen wird auch für den Wirtschaftsbau im neuen Jahr ein Wachstumsszenario von 3 % prognostiziert. Damit verzeichnet diese Sparte allerdings das schwächste Wachstum. Positiv entwickelten sich 2016 vor allem die Fabrik‐ und Werkstattgebäude, bei denen das Genehmigungsplus mehr als 25 % betrug.
Nach der positiven Entwicklung im vergangenen Jahr wird auch für das neue Jahr von einer weiteren Zunahme der Beschäftigung ausgegangen. Im Jahresdurchschnitt sind rund 790.000 Menschen in der Branche angestellt. Gegenüber dem beschäftigungspolitischen Tiefpunkt im Jahr 2009 wurde damit die Zahl der Erwerbstätigen um rund 75.000 bzw. mehr als 10 % ausgeweitet. Allerdings stößt der Beschäftigungsaufbau laut HDB und ZDB mittlerweile an seine Grenzen, da die Arbeitskräftereserven auf dem deutschen Baumarkt weitgehend ausgeschöpft sind.
