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AusbauNews

04. January 2022 | Teilen auf:

Bau 2022: Beste Aussichten

Einen optimistischen Blick nach vorn richteten die Präsidenten der beiden größten Bauverbände, der Zentralverband des deutschen Baugewerbes (ZDB) sowie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), anlässlich ihrer gemeinsamen Pressekonferenz zum Jahresabschluss 2021.

Die Quintessenz:

  • Die Bauwirtschaft rechnet für den Umsatz im Bauhauptgewerbe mit 143,5 Mrd. Euro für das Jahr 2021. Das sind etwa +0,5 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Die hohen Auftragsbestände lassen Raum für eine Umsatzsteigerung auf 151 Mrd. Euro im Jahr 2022 (nominal 5,5 %).
  • Bei einer veranschlagten Preisentwicklung für Bauleistungen von jahresdurchschnittlich 4 % bedeutet das einen realen Zuwachs von 1,5 %.
  • Bei den Beschäftigten erwartet die Branche einen weiteren Aufbau um 10.000 auf 915.000 Beschäftigte.

Reinhard Quast, Präsident des ZDB: „Der Wohnungsbau bleibt auch in den Corona-Jahren Stützpfeiler der Baukonjunktur. Ende September 2021 lagen die Auftragsbestände bei fast 13 Mrd. Euro, eine Steigerung zum Vorjahreswert um fast 20 %. Die Nachfrage nach Wohnraum lässt nicht nach. Bis September wurden gut 282.000 Wohnungen genehmigt, etwa fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.“

Insgesamt gehen die Verbände davon aus, dass der Umsatz im Wohnungsbau 2021 etwa 55,4 Mrd. Euro erreichen wird, eine Steigerung gegenüber 2020 um nominal zwei Prozent. Für 2022 rechnen sie mit einem weiteren Wachstum auf 59,3 Mrd. Euro, eine Steigerung um nominal sieben Prozent. „Wir halten die Zielvorgabe für ambitioniert, bedeutet sie doch eine schlagartige Erhöhung der jährlichen Baufertigstellungen um etwa 30 %“, so Quast.

Der Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Peter Hübner, erklärt dazu: „Es muss daher klar sein, dass neben zusätzlichen, personellen Kapazitäten auch neue, etablierte Konzepte und Methoden, wie das serielle und modulare Bauen, notwendig sein werden.“ Hübner sieht darüber hinaus Handlungsbedarf im Hinblick auf den Wegfall der KfW-55 Förderung, denn die in Planung befindlichen Projekte hätten mit dieser Förderung gerechnet. Auch der von der Politik angestrebte KfW-40 Standard könne noch nicht der Normalfall im Mietwohnungsbau werden.

Die Nachfrage im Wirtschaftsbau war 2021 ausgesprochen volatil und bleibt mit Blick auf die Frühindikatoren Baugenehmigungen und Auftragseingänge ambivalent. „Wir haben zwar von Januar bis September einen starken Zugang an Ordern (+13 %) vor allen Dingen im Hochbau gesehen (+18 %), aber die Baugenehmigungen zeigen je nach Gebäudetyp ein sehr differenziertes und von Corona gezeichnetes Bild“, so das Fazit der Spitzenverbände.

Erwartungsgemäß lag das Genehmigungsvolumen (bemessen nach Baukosten) bei Handelsgebäuden um 14 % unter dem Vorjahresniveau, wogegen der gestiegene Online-Handel die Nachfrage nach Lagerflächen stützt, so dass das Genehmigungsvolumen des Vorjahres hier erreicht wird.

Die Investitionsbereitschaft aus der Industrie in neue Fabrik- und Werkstattgebäude erreicht per September nicht das schwach ausgeprägte Vorjahresniveau. Auch der Hotel- und Gastronomiebereich zeigt wegen der Corona-Einschränkung weniger Investitionsneigung (-8 %).

„Daher rechnen wir für 2021 im Wirtschaftsbau mit einem Umsatz von 50,3 Mrd. Euro (+1 % nominal). Für 2022 erwarten wir im Wirtschaftsbau einen Umsatz von 53,3 Mrd. Euro (+6 % nominal),“ erklärte der ZDB-Präsident.

 Steigende Ausgaben für Personal und soziale Aufwendungen haben die Investitionen in Baumaßnahmen der Kommunen eingeschränkt. Der Investitionsstau hat sich bei 150 Mrd. Euro verfestigt. Auch für 2022 gehen die kommunalen Spitzenverbände von einem Rückgang der kommunalen Bauinvestitionen von um fast neun Prozent aus. Darüber hinaus stellte Hübner fest, dass die Bauwirtschaft sich zu den Klimaschutzzielen im Gebäudebereich bekenne. „Wir sind nicht Teil des Problems, wir sind Teil der Lösung.“ Er forderte einen echten „Sanierungsbooster“ und nannte Smart Home, serielle Sanierungen, integrierte Sanierungsfahrpläne und Einzelmaßnahmen aber auch eine Lebenszyklusbetrachtung sowie weitere Digitalisierungsschritte als mögliche Lösungsbausteine.

zuletzt editiert am 23.02.2022