Auf seiner Pressekonferenz im Rahmen der BAU 2017 präsentierte der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) die Markttrends rund um Bauen und Wohnen. Aus einer aktuellen Branchenumfrage unter mehr als 900 Fachhändlern geht zunächst einmal hervor, dass drei von zehn Fachhändlern von einer guten bis sehr guten Entwicklung in 2017 ausgehen. Ein Grund hierfür ist der Wohnungsbau.
Dennoch fordert der BDB eine bessere Förderpolitik und ein „Akut-Paket Wohnungsbau 2017“ um dem nach wie vor bestehenden Wohnungsmangel in Metropolregionen, Groß- und Universitätsstädten entgegenzuwirken. Statt der benötigten 400.000 Neubauwohnungen seien in 2016 voraussichtlich nur 280.000 Wohnungen neu entstanden. Zudem werden in einer Studie des Pestel-Instituts die 30- bis 40-Jährigen als neue „Verlierer-Generation“ auf den Wohnungsmärkten ausgemacht, da sie sich immer seltener eine Eigentumswohnung oder ein eigenes Haus leisten können, weshalb der BDB neue Rahmenbedingungen für den Wohnungserwerb, wie bspw. die Absenkung der Grunderwerbssteuer, für notwendig erachtet.
Als weiteren „besorgniserregenden“ Trend macht der Baustoff-Fachhandel einen spürbaren Rückgang bei der Modernisierung – insbesondere bei der energetischen Gebäudesanierung – aus. Aufgrund von organisatorischen und bürokratischen Hürden bei der Entsorgung ausgedienter Dämmplatten, die seit einem Vierteljahr als gefährlicher Abfall gelten, gebe es inzwischen signifikante Absatzrückgänge bei Dämmstoffen. (Anm. der Redaktion: die Bundesregierung hat zwischenzeitlich dem Druck zahlreicher Verbände nachgegeben und Polystyrol für das Jahr 2017 als "nicht gefährlichen Abfall" eingestuft. Allerdings gilt diese Regelung auch vorerst nur für dieses Jahr).
Eine zusätzliche Beobachtung des BDB ist die Häufung „mobiler Generalisten“, die in Form rollender Ein-Mann-Betriebe unterwegs sind. „Sie haben ihre Werkstatt mit Fliesenschneider und Tapeziertisch im Lieferwagen. Das Smartphone ersetzt die Sekretärin. Wir schätzen, dass es bundesweit rund 120.000 solcher Bau-Generalisten gibt“, so Stefan Thurn, Präsident des BDB. Der BDB geht davon aus, dass der Umsatz dieser Solo-Unternehmer bundesweit bei rund 15 Mrd. € im vergangenen Jahr lag.
