In einer Reihe von Wettbewerben kürten das Bauhandwerk sowie die Bauindustrie Ende 2014 seine besten Nachwuchskräfte. Die Stuckateure nutzten diese Gelegenheit auch, um ihr Nationalteam neu zu besetzen. Das neue Team wird nun intensiv auf die WorldSkills 2015 und die EuroSkills 2016 vorbereitet.

Die Deutschen Meister 2014 in den Bauberufen stehen fest. Höhepunkt war ein dreitägiger Bundesleistungswettbewerb, der im Kompetenzzentrum Komzet Bühl (Baden) veranstaltet wurde. Hier kämpften 55 Teilnehmer aus sieben Bauberufen um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Die jungen Beton- und Stahlbetonbauer, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Maurer, Straßenbauer, Stuckateure, WKS-Isolierer und Zimmerer gehörten zu den Besten ihrer Kammerbezirke und hatten sich zuvor in Landeswettbewerben für den Endkampf im Bundeswettbewerb qualifiziert. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) ermittelt mit diesem Wettbewerb traditionell die besten Nachwuchshandwerker Deutschlands. Es war bereits der 63. Wettbewerb dieser Art.
„Alle Teilnehmer haben trotz anspruchsvoller Aufgaben beeindruckende Leistungen gezeigt. Das bestätigt uns erneut, dass unsere Ausbildung im Baugewerbe qualitativ hochwertig ist und wir als Branche für die Zukunft gerüstet sind“, erklärte Klaus-Dieter Fromm, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses im ZDB zum Abschluss der Wettbewerbe. Grundlage dafür sei das duale Ausbildungssystem, das am Bau noch durch die Unterweisung in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten ergänzt werde. Insgesamt investiert die Branche ca. 600 Mio. € in die Ausbildung ihrer zukünftigen Facharbeiter.
Fritz Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des ZDB, zeigte indes die politische Dimension auf: „Um dieses System werden wir weltweit beneidet. Und dennoch ist es in Gefahr! Wer die Meisterpflicht abschafft, schafft die Grundlage jeglicher Ausbildung ab. Langfristig werden qualifizierte Meister fehlen, die eine praxisorientierte Ausbildung vermitteln können.“ Dass das Baugewerbe attraktiv sei, zeigen laut Pakleppa die aktuellen Zahlen. 10.000 junge Menschen starteten im Herbst 2014 ihre Ausbildung am Bau, ein Plus von über 10 % im Vergleich zum Vorjahr.
Deutscher Meister bei den Stuckateuren wurde der 21jährige Tizian Tüchert aus Klein Wiesental-Sallneck (Baden-Württemberg). Die Silbermedaille ging an Andre Balzter aus Eichenzell in Hessen. Bronze errang Pascal Böhm aus Neuwied in Rheinland-Pfalz. Mit seinem Sieg ist Tizian Tüchert automatisch nominiert als neues Mitglied der Nationalmannschaft der Stuckateure. Die Neukonstituierung des Teams wurde notwendig. Da aus der aus der Mannschaft zum Jahresende sechs der zehn Mitglieder aus Altersgründen ausschieden. Weitere fünf Nachfolger konnten sich über einen von drei Auswahlwettbewerbe qualifizieren. Sie fanden ebenfalls Ende 2014 in den Ausbildungszentren Bühl, Nürnberg und Düsseldorf statt. Die fünf Besten der Wettkämpfe wurden mit einem Platz in der neu formierten Nationalmannschaft der Stuckateure belohnt. Jetzt geht es für das gesamte Team an die Vorbereitung für die Weltmeisterschaft, die im August 2015 in Sao Paulo (Brasilien) stattfinden wird. Danach stehen dann die EuroSkills an, die 2016 in Göteborg eine Bühne haben werden.

Auch in der Bauindustrie wurde Ende 2014 der beste Nachwuchsmonteur im Trockenbau in einer spannenden Ausscheidung im ABZ Hamm ermittelt. Hier setzte sich mit Marcel Haase von der Putzer Trockenbau-Fliesen aus Meißen wie im Vorjahr wieder ein junger Geselle aus einem kleineren Betrieb aus den neuen Bundesländern durch. Dies ist ein Beleg dafür, dass gute Ausbildung und Leistungsfähigkeit nicht unbedingt an die Größe des Ausbauunternehmens gekoppelt ist.
Ausführliche Berichte und Interviews mit den Beteiligten lesen Sie in Ausgabe 1-2/2015 von Trockenbau Akustik.