Mit Rundungen und Setzungserscheinungen hatten es die Mitarbeiter:innen der G+K Ausbau und Sanierung GmbH beim Innenausbau der Villa Michels in Andernach zu tun.
Villa Michels wurde 1893 in herausragender Lage in Andernach unmittelbar am Rhein erbaut. Das Bauwerk beeindruckt mit seiner hellen Tuffsteinfassade und einem konkaven Mansarddach. 2021 begannen die Mitarbeiter:innen der G+K Ausbau und Sanierung GmbH aus Neuwied mit der rund zweijährigen Sanierung des historischen Gebäudes. Sie beinhaltete auch der Ausbau des etwa 400 Quadratmeter großen Dachgeschosses einschließlich runder Mansarde. Zu den Herausforderungen der Ausbau-Profis zählten die Auskleidung der Gauben einschließlich Anpassung an die Rundungen der Mansardflächen, der Bau der zum Treppenhaus ausgerichteten Brandwand und der Ständerwände sowie die Bekleidung der Mansard- und Dachflächen.
Gebaut wurde die neobarocke Villa von 1893 bis 1897 von der Industriellenfamilie Franz Xaver Michels und seiner Frau Maria. Die stilvolle Villa diente der Familie als repräsentatives Wohnhaus, während im Nebengebäude Büros und die familieneigenen Natursteinbetriebe untergebracht waren. Seit Abschluss der umfangreichen Sanierung wird das von einem großzügigen Parkgelände umgebene und direkt am Rhein gelegene Gebäude als Eventlocation genutzt. Das von der G+K Ausbau und Sanierung GmbH hochwertig ausgebaute, fast 400 Quadratmeter große Dachgeschoss mit runder Mansarde bietet zudem unterschiedlich große Büroflächen in einzigartigem Ambiente.
Deutliche Setzungserscheinungen brachten das Haus in Schieflage
Rund acht Monate dauerten die Ausbauarbeiten, in deren Rahmen auch die starken Setzungserscheinungen des Gebäudes zu berücksichtigen waren. „Aufgrund ihres hohen Alters und ihrer Lage direkt am Rhein hatte sich die Villa erheblich und außerdem sehr ungleichmäßig gesetzt. Das bereits konstruktionsbedingt geneigte Dachgeschoss geriet damit zusätzlich in Schieflage„, erklärt Maximilian Friedrich, neben Michael Koch Geschäftsführer des Ausbauunternehmens. „Unsere Aufgabe war es deshalb, auch dafür zu sorgen, dass die Unterkanten der Mansarde bis zum Fußboden auf einer Linie laufen. Beim Einmessen waren die Ansichtskanten aufgrund der unterschiedlichen Setzung des Gebäudes die größte Herausforderung.“
Konkave Mansardflächen sind charakteristisch

Das herausragende Merkmal des Dachgeschosses sind seine konkaven Mansardflächen, welche die um den Kern aus Flur, Kaffeeküche und WC angeordneten Räume dominieren. Diese Flächen haben die Profis mir einer variablen Klimamembran als Dampfbremse ausgestattet. Die Mansardflächen sind durch ihre Schiefereindeckung ist ihr Aufbau nach außen nicht diffusionsoffen.
Gelungene Anarbeitung an Dach- und Mansardflächen
Eine der sich anschließenden zentralen Aufgaben bestand in der Anarbeitung der erforderlichen Trennwände an die gebogenen Mansardflächen. „Diese Anarbeitung erforderte eine Menge an handwerklichem Können und viel Präzision. Begonnen haben wir mit der Ausbildung des gleitenden Anschlusses der oberen Dachflächen. Der Abschluss der Wände wurde also nicht starr angeschlossen, sondern frei beweglich, damit zum Beispiel Wind- und Schneelasten aufgenommen werden können und Rissbildung vermieden wird“, sagt Maximilian Friedrich.
Darüber hinaus musste der Anschluss an die Rundungen der Mansardflächen angepasst werden. Dazu wurden die Wände als doppelt beplankte Metall-Einfachständerwände aus Gipsplatten und Feuerschutzplatten ausgeführt.
„Brandwand" mit Feuerwiderstand EI 60

Zur Abgrenzung des Fluchttreppenhauses realisierte das Team um Maximilian Friedrich eine hochfeuerhemmende Wand (EI60-M) in Bauart einer Brandwand. „Dabei liegt die Stütze nicht wie ursprünglich geplant in der Wand, sondern im benachbarten Raum. Ausgeführt haben wir die spezielle Wand als Doppelständerwand, dreifach beplankt mit Rigips Die Dicke und Rigips Feuerschutzplatte RF", so Maximilian Friedrich. Um einen gleichwertigen Anschluss zu erhalten, haben die Ausbauprofis die Dachflächen bereits vor dem Bau der „Brandwand“ in F 60 bekleidet.
Im Treppenhaus steht die hochfeuerhemmende Wand auf einer Massivwand und im Bereich des Dachgeschosses – zum zuverlässigen Schutz des Holzbodens – auf Streifen aus einer Brandschutzplatte.
Viel Licht und hohe Anforderungen an die Oberflächengüte
Angesichts von vier großen und acht kleineren Dachgauben und Dachflächenfenstern sind die Räume im Dachgeschoss der Villa hell und lichtdurchflutet. Für die Ausbauprofis ergaben sich daraus hohe Anforderungen an die Oberflächengüte, die scharfkantige Ausbildung aller Versprünge, die Gaubenbekleidungen sowie die Einbindung der die Mansardflächen schleifend schneidenden Stützbalken mit Kopfbändern.
Anspruchsvolle Wölbung in verschiedene Richtungen

Die Auskleidung der großen geschwungenen Dachgauben sei handwerklich besonders knifflig und zeitaufwendig gewesen. „Die Gauben sind in sich geschwungen und gehen über in die ebenfalls geschwungenen Mansardflächen. Damit hatten wir es also mit Wölbungen sowohl in X- als auch in Y-Richtung zu tun. Und genau der Übergang vom einen zum anderen gewölbten Bauteil war höchst anspruchsvoll in der Ausführung. Wobei Herstellung und Anarbeitung der Leibung der kleineren Gauben an die Rundung der Mansardflächen kaum weniger aufwendig waren."
Ausbau mit viel Liebe zum Detail
Der Ausbau sei „von großer Liebe zum Detail geprägt“, erkannte die Jury der 14. Rigips Trophy, die mit ihrem klaren Votum die G+K Ausbau und Sanierung GmbH mit dem Sonderpreis Trockenbau auszeichnete. Die Jury würdigte unter anderem die herausragende Oberflächengüte der Decken und Wände in den angesichts von Dachgauben und Dachflächenfenstern lichtdurchfluteten Räumen des Dachgeschosses.
Bautafel
| Bauherr: | 3B Beteiligungs GmbH, Andernach |
|---|---|
| Architekten: |
BERDI Architekten, Koblenz |
| Trockenbau: |
G+K Ausbau und Sanierung GmbH, Neuwied |
| Rigips Gebietsleiter: |
Frank Ditten, SAINT-GOBAIN RIGIPS GmbH |
Verwendete Produkte:
Saint-Gobain Rigips
- Rigips Bauplatte RB 12
- Rigips Bauplatte RB 9,5 mm
- Rigips Feuerschutzplatte RF 20 (System MW12RB/RF)
- Rigips Feuerschutzplatte RF
- Rigips Die Dicke
- Rigips Glasroc F (Ridurit) – Brandschutzplatte nach DIN EN 15283-1 Typ GM-FH2
- Rigips ProMix Finish – Feinspachtel
- Rigips Levelline – flexibler Kantenschutz
Saint-Gobain Isover
- Vario KM Duplex UV – variable Klimamembran/Dampfbremse