Zwei Jahre nach seiner Fertigstellung genießt der Kommunikationsakustik-Simulator (KAS) im Oldenburger Haus des Hörens mehr Interesse denn je.
Ob Wissenschaftler oder Arbeitsschützer, ob Architekten und Akustikdecken-Hersteller oder Produkt-Experten der Hörgeräte-Industrie sie alle nutzen mittlerweile die Möglichkeiten des KAS, einer bundesweit einmaligen Anlage zur Untersuchung der Raumakustik, die vom Oldenburger Kompetenzzentrum für Hörgeräte-Systemtechnik HörTech entwickelt wurde und nun auch externen Nutzern zur Verfügung steht.
Der Kommunikationsakustik-Simulator macht es möglich, die akustischen Gegebenheiten eines Raumes in weiten Bereichen zu variieren. Mit seiner Hilfe kann beispielsweise die klangliche Wirkung einer Bahnhofshalle oder die des Kölner Doms unter Laborbedingungen nachgebildet werden. Einmalige Möglichkeiten, die mittlerweile auch auf breites Interesse bei Herstellern audiologischer Produkte stoßen.
Mit dem KAS können auch neuste Hörsysteme unter realen Bedingungen getestet werden, etwa unter den raumakustischen Gegebenheiten eines Kirchenraums oder eines Restaurants, denn insbesondere hallige Räume sind für schwerhörige Personen oft eine große Herausforderung.
Neben einer Reihe von Unternehmen gehören auch öffentliche Institutionen zu den externen Nutzern des Simulators, beispielsweise die Fachdienste für Arbeitsschutz der Freien Hansestadt Bremen und die Bremer Unfallkasse. Ein Forscherteam der Carl von Ossietzky Universität untersucht mit Hilfe des KAS die Akustik von Klassenzimmern.
"Die akustischen Bedingungen im Klassenraum sind insbesondere für die Schüler unterer Klassen von entscheidender Bedeutung, da in diesem Alter die Entwicklung zentraler Hörfunktionen und der Sprache noch gar nicht abgeschlossen ist", erläutert Studienleiterin Dr. Maria Klatte vom Institut für Psychologie der Oldenburger Universität: "Im KÄS können wir die akustischen Bedingungen verschiedenster Klassenräume simulieren, Hintergrundgeräusche und Hall in Kombination variieren, um dann deren Einfluss auf die Leistungen von Testpersonen zu untersuchen. Wie wirken sich unterschiedliche akustische Gegebenheiten auf das Verstehen, Behalten und Verarbeiten sprachlicher Kommunikation aus?"
Weitere Informationen finden Sie unter: