zurück

Zahl der Singlehaushalte steigt weiter

Während die Bevölkerungszahl in Deutschland bis zum Jahr 2040 leicht sinkt, nimmt die Zahl der Haushalte weiter zu – besonders deutlich die der Singlehaushalte. Regional zeigen sich dabei unterschiedliche Entwicklungen. In Regionen mit abnehmender Bevölkerungszahl nimmt die Zahl dagegen ab. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in seiner Haushaltsprognose 2040.

Single Haushalte 1
Foto: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Die Zahl kleiner Haushalte mit ein oder zwei Personen nimmt bis 2040 in Deutschland um 3,8 Prozent auf 33 Millionen zu. Demgegenüber sinkt die Zahl großer Haushalte mit drei und mehr Personen um 6,4 Prozent auf 9,6 Millionen.

Schon jetzt ist der Einpersonenhaushalt mit Abstand die häufigste Haushaltsform in Deutschland. Laut Statistischem Bundesamt betrug der Anteil von Einpersonenhaushalten im Jahr 2019 rund 42 Prozent (17,6 Millionen Haushalte). Der Anteil wird sich den BBSR-Berechnungen zufolge auf rund 44 Prozent im Jahr 2040 erhöhen. In den Stadtstaaten wird dann mehr als jeder zweite Haushalt (52 Prozent) von Alleinlebenden bewohnt.

BBSR-Leiter Dr. Markus Eltges: „Der Anstieg von kleinen Haushalten verändert die Wohnungsnachfrage und das -angebot. Wir brauchen viele kleinere Wohnungen für ein und zwei Personen. Zusätzlich werden immer mehr ältere Menschen alleine leben. Die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen in Neubau und Bestand sowie nach haushaltsnahen Pflege- und Gesundheitsdienstleistungen dürfte weiter steigen. Gleichzeitig braucht es mehr soziale Angebote und starke Netzwerke in der Nachbarschaft, um den allleinlebenden Menschen ein Angebot gegen die Vereinsamung zu unterbreiten – in Stadt und Land.“

Die Haushaltsprognose ist Teil der Raumordnungsprognose 2040. Diese zeigt, wie sich bis zum Jahr 2040 Bevölkerungs-, Haushalts- und Erwerbspersonenzahlen deutschlandweit und in den Regionen verändern werden, wenn die Trends der Vergangenheit in der Zu­kunft stabil bleiben. Darüber hinaus informiert die Raumordnungsprognose über strukturelle Veränderungen. Die regional differenzierte Prognose trifft ihre Annahmen auf Basis langjähriger demografischer Entwicklungen. Entsprechend kann die Prognose plötzlich auftretende und nachhaltig wirkende Krisen und die Politik in der Zukunft nicht abbilden.

Die Haushaltsprognose 2040 ist unter www.bbsr.bund.de abrufbar.