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Wärmedämmung: Hanf gegen Kälte

Seit einigen Jahren werden aus Hanf wieder Dämmstoffe hergestellt. Für Bauherren, die nach einer ökologischen Alternative zu Faser- und Schaumdämmstoffen suchen, bietet Hanf eine gute Ausgangsbasis.

Seit 1996 dürfen bestimmte Nutzhanfsorten in Deutschland wieder angebaut werden. Während aus der Pflanze in der Vergangenheit vor allem Stoffe und Segeltücher hergestellt wurden, ist Hanf heute vermehrt das Grundmaterial für Dämmstoffe. Dabei werden die Pflanzenfasern zusammen mit textilen Stützfasern zu Wärmedämmplatten verarbeitet. So entstehen Dämmelemente, die vergleichbaren Produkten aus Mineralfasern gewachsen sind. Ein Schutz gegen Schädlingsbefall ist nicht erforderlich.

Brandsicherheit erreichen die Hersteller, indem sie der Dämmung, möglichst unbedenkliche, Flammschutzmittel beimischen. Die Hanfelemente werden wie Mineralwolle zwischen die Sparren geklemmt und müssen nicht zusätzlich befestigt werden. Sie können wie Mineralfaserelemente zugeschnitten werden und passen sich den Sparren fugendicht an. Bei der Hanfdämmung ist es möglich, Pass-Stücke auch im Gefach zusammenzuklemmen und somit nahezu verschnittfrei zu arbeiten. Dampfbremsen und Wandanschlüsse werden genauso ausgeführt wie bei Mineralfaserelementen.

Hanfplatten sind maximal in die Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) 045 eingeteilt. Schon die Wärmeschutzverordnung von 1995 forderte für die Wärmeleitfähigkeit einer Dachkonstruktion einen Wert von 0,22 W/m²K. Dies bedeutet, dass selbst Mineralwollefilze der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035 eine Dämmschichtdicke von rund 200 mm benötigen. Die Energieeinsparverordnung hat die Werte für den Energiebedarf eines Gebäudes noch einmal gesenkt. Dennoch ist es möglich, mit einer Hanfdämmung der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 045 die Energieeinsparverordnung zu erfüllen.

Um Wärmebrücke auszuschalten, werden die Dämmelemente in mehreren Lagen und versetzt eingebaut. Durch diesen Einbau werden die Sparren praktisch zusätzlich gedämmt. Der U-Wert im Bereich der Dachhölzer wird kleiner.