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Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe erfolgreich

Die Tarifverhandlungen für die rund 850.000 Beschäftigten des Bauhauptgewerbes sind heute nach über 15-stündigen Verhandlungen mit einem mehrheitlichen Schlichterspruch beendet worden. Dazu hier die gemeinsame Presseerklärung des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB).

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Foto: HDB/ZDB

„Wir sind froh, dass wir für die diesjährige Tarifrunde einen tragfähigen Kompromiss zwischen den
Arbeitgebern und der Gewerkschaft gefunden haben und dass uns ein Arbeitskampf erspart bleibt.
Einen wesentlichen Anteil daran hat auch unser Schlichter, Prof. Dr. Rainer Schlegel, der Präsident
des Bundessozialgerichts gehabt. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken“, erklärte Uwe
Nostitz, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Vizepräsident des Zentralverbandes Deutsches
Baugewerbe (ZDB).
Jutta Beeke, Vizepräsidenten des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), fügte hinzu:
„Es waren schwierige Verhandlungen, doch am Ende gab es zu den einzelnen Punkten gute
Kompromisse. Wir haben eine faire Lösung gefunden, die der schwierigen wirtschaftlichen Lage der
Branche Rechnung trägt.“
Demnach erhalten die Beschäftigten eine „Corona-Prämie“ in Höhe von 500 Euro als Einmalzahlung
für 2020, die Auszubildenden in Höhe von 250 Euro. Diese ist steuer- und sozialabgabenfrei, sodass
sie vollständig den Beschäftigten zugute kommt.
Darüber hinaus erhöhen sich zum 1. Januar 2021 die Entgelte der Beschäftigten um 2,1 Prozent im
Tarifgebiet West und 2,2 Prozent im Tarifgebiet Ost. Zusätzlich erhalten die Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer ab dem 1. Oktober 2020 einen Zuschlag in Höhe von 0,5 Prozent des Tariflohns
zur pauschalen Entschädigung von Wegezeiten und –strecken. Damit konnte die Forderung der
Gewerkschaft abgewehrt werden, die eine wesentlich bürokratischere und höhere
Wegezeitenvergütung jeweils konkret nach Entfernung und Fahrtdauer beinhaltet hatte.
Ferner wird die monatliche Vergütung der Auszubildenden nach Lehrjahren gestaffelt angehoben
(1. Lehrjahr: 40 Euro, 2. Lehrjahr: 30 Euro, 3. Lehrjahr 20 Euro (ab dem 1. Januar 2021)). Die
Laufzeit beträgt 14 Monate ab dem 1. Mai 2020 bis zum 30. Juni 2021.
Zudem wurde vereinbart, sogenannte „Gipfelgespräche“ unter Moderation des Schlichters
durchzuführen, in denen unter anderem die Regelung zur Wegezeitenvergütung sowie eine
zukunftsfähige Regelung der Mindestlöhne Thema sein werden.
Die Tarifvertragsparteien haben nun 14 Tage Zeit, dem Tarifvorschlag zuzustimmen.