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Schlichte Klarheit

Vielerorts werden Hallenbäder geschlossen. Ihre hohen Be-triebs- und Investitionskosten überfordern die Kommunen. Im schwäbischen Riedlingen fand man eine kluge Lösung – dort teilen sich mehrere Orte ein neues Hallenbad. Der Neu-bau überzeugt mit klarer Architektur, hoher Funktionalität und innovativen Deckenelementen.

Hallenbad Riedlingen
Gemeinsame Nutzung
Foto: Uwe Dietz

leiht. Tragende Innen- und Außenwände im Unter- und Erdgeschoss bestehen aus Stahlbeton, nicht tragende Innenwände wurden betoniert. Im Erdgeschoss spannt ein sichtbares Stahltragwerk mit 18 Meter Länge über die gesamte Gebäudebreite. Darüber bilden vorgefertigte, tragfähige Lignatur-Flächenelemente aus Holz den oberen Gebäudeabschluss. Sie wurden mit einem Stehfalzblech eingedeckt.

Die Flächenelemente der Deckenkonstruktion spannen über fünf Meter und liegen auf Doppel-T-Trägern aus Stahl auf. Mit nur 160 Millimeter Bauhöhe fangen sie sämtliche statisch geforderten Lasten ab. Ihre gleichmäßige Struktur und helle Optik prägt durchgängig das Deckenbild im Bad und schafft eine ruhige Atmosphäre. Um eine möglichst hohe Oberflächenqualität zu erreichen, wurden im Holz verwachsene Äste mit einer speziellen Astleimtechnik fixiert; so brechen sie beim Hobeln nicht aus. Besonders weiß lasierte Holzflächen, wie sie in Riedlingen zum Einsatz kamen, gewinnen mit dieser Technik deutlich an optischer Qualität. Für eine optimale Raumakustik wählten Architekt und Bauphysiker Lignatur -Flächenelemente des Akustik Typs 5. Sie sind auf der Untersicht im Raster 40/40 Millimeter vollflächig gelocht, die Lochdurchmesser betragen 15 Millimeter. Damit wird ein Schallabsorptionsgrad von αw = 0,65 erreicht. Um die Deckenkonstruktion nach der Montage zügig wetterfest zu bekommen, wurden vorab Kanäle mit Installationslamellen in die Flächenelemente integriert. Weil die Elektroinstallationen damit nachträglich von unten erfolgen konnten, war es möglich, die Dachabdichtung sofort nach dem Verlegen der Elemente zu verschweißen.

Hallenbad Holzdeckedeckendetail
Akustik und Atmosphäre durch Holztechnologie
Foto: Uwe Dietz