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Recyclingquote von Gips erhöhen

Mit Auslaufen der REA-Gipsgewinnung und der schwierigen Versorgung mit Naturgips läuft nicht nur der Bau in ein Rohstoffproblem. Die Gipsindustrie setzt deshalb verstärkt auf das Recycling von Gipsprodukten. Dazu ist allerdings eine Weiterentwicklung der Gewerbeabfallverordnung nötig.

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Foto: New West Gypsum Germany GmbH, 2021

Das Gipsrecycling wird allgemein als wertvolle Ergänzung in der Versorgung der Gipsindustrie mit Rohstoffen gesehen. Derzeit werden allerdings nur rund 10 % der statistisch erfassten Gipsabfälle in die Gipsindustrie zurückgeführt (Hochrechnung 2020), weitere Anteile werden für sonstige Verwertungen vermarktet.

Dabei ist eine deutlich höhere Nutzung von Gipsabfällen bereits jetzt aufgrund der Aufbereitungskapazitäten möglich und wünschenswert, sagt der Bundesverband der Gipsindustrie e.V.. Durch die mangelhafte Umsetzung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes würden die wertvollen Materialien jedoch überwiegend weiterhin deponiert. Daher fordert die Gipsindustrie, dass es eine konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung des ordnungspolitischen Rahmens für den Ausbau des Gipsrecyclings geben müsse. Zur Verbesserung der Rahmenbedingungen müsse eine konsequente und kontrollierte Anwendung der Gewerbeabfallverordnung mit Separierung und Getrennthaltung vorgenommen werden, recyclingfähige Gipsabfälle dürften grundsätzlich nicht mehr deponiert werden. Die Verwendung aller recyclingfähigen Gipsabfälle sei unverzichtbar.

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Grafik: Quelle Bundesverband der Gipsindustrie e. V., 2021

Die deutsche Gipsindustrie sei im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten engagiert, um weitere alternative Rohstoffquellen zu erschließen, diese zu nutzen und damit den Recyclinganteil weiter zu erhöhen. Sowohl der Gips als auch weitere Komponenten in Gipsprodukten, wie z. B. der Karton bei Gipsplatten, als auch die Komponenten der Trockenbau-Konstruktionen, wie z. B. Metalle bei den Ständerwandsystemen, könnten immer wieder recycelt (multi-recyclingfähig) und somit in hochwertigen Kreisläufen geführt werden.

Recycling statt Deponierung heißt die machbare Antwort

Gipsrecyclinganlagen sind mittlerweile technisch entwickelt und kommerziell erhältlich, sodass davon auszugehen ist, dass immer mehr Unternehmen der Entsorgungswirtschaft das Recyceln von Gips als interessanten Geschäftszweig für sich erkennen und anbieten werden. Dies hat laut Gipsindustrie drei wesentliche positive Effekte:

  • Durch den Einsatz höherer Mengen an Recyclinggips sinkt der Bedarf an Primärrohstoff und die Notwendigkeit von Importen (Naturgips).
  • Durch Gipsrecycling bzw. nach Aussortierung gipshaltiger Baustoffe wird bei der Herstellung von mineralischen Ersatzbaustoffen der begrenzende Parameter Sulfat geringer, so dass höhere Qualitäten produziert werden können.
  • Knapper und endlicher Deponieraum für die Beseitigung nicht verwertbarer mineralischer Ersatzbaustoffe wird gespart und damit sorgsamer mit den begrenzten Beseitigungskapazitäten umgegangen.
Alle normativen Regelungen für Gipsprodukte sind bereits so ausgestaltet, dass es keine Begrenzungen hinsichtlich der Herkunft des verwendeten Gipses gibt. So kann Recyclinggips je nach technischer Möglichkeit des Gipswerkes und unter Beachtung der sonst auch bestehenden normativen Anforderungen an die Baustoffeigenschaften eingesetzt werden. Der beim Recycling entstehende Wertstoff „Recyclinggips“ wird als qualitätsgesicherter und gesundheitlich unbedenklicher Rohstoff verwendet und dient so der Schonung natürlicher Ressourcen.

Mit den dafür entwickelten Qualitätsempfehlungen für Recyclinggips des Bundesverbandes der Gipsindustrie e. V. und den bereits kommerziell erhältlichen Recyclinganlagen seien wesentliche Randbedingungen geschaffen, um mit Recycling den Rohstoffkreislauf zu schließen und Recyclingunternehmen transparente Rahmenbedingungen zu bieten, so der Bundesverband.