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Positive Bilanz

Die Bauunternehmen haben es 2019 geschafft, das ausgesprochen gute Vorjahresergebnis noch zu übertreffen.“ Mit diesen Worten kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel, die in der neuesten Ausgabe des Aktuellen Zahlenbildes veröffentlichten Konjunkturindikatoren für die Bauwirtschaft.

HDIDemnach hätten die Betriebe des Bauhauptgewerbes 2019 einen baugewerblichen Umsatz von 135 Mrd. Euro erwirtschaftet, das seien 6,7 % mehr als 2018 gewesen. Trotz der 2019 stärker gestiegenen Preise, zu denen auch deutlich höhere Lohnkosten nicht unwesentlich beigetragen hätten, sei immer noch ein Zu­wachs von real 1,7 % geblieben. „Um die zusätzliche Produktion zu stemmen, haben die Betriebe ihren Personalbestand um 33.000 auf 870.000 Beschäftigte im Jahres­durchschnitt 2019 aufgestockt.“

Die Bauindustrie sei somit für 2020 gut aufgestellt. „Für dieses Jahr gehen wir nach wie vor von einem nominalen Umsatzwachstum von 5,5 % aus. Aufgrund der aktuell nachlassenden Preissteigerungen bleibt dann ein reales Wachstum von 1,4 %“, führte Babiel weiter aus. Die positiven Aussichten für das laufende Jahr seien auf die nach wie vor gute Auslastung und auf die vergleichsweise hohen Auftragsbestände zurückzu­führen. Immerhin hätte der Auftragseingang* 2019 um 8,2 % zugelegt (real: + 3,0 %). Allerdings hätte sich die Nachfrage im zweiten Halbjahr zunehmend weniger dyna­misch entwickelt. Auch sei der Auftragseingang im Dezember im Vergleich zum Vor­monat nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt) um 4,8 % zurückgegangen.

Babiel: „Trotz der noch guten Lage mehren sich die Anzeichen für ein schwächeres Wachstum in der Zukunft. Die Meldungen der Baubetriebe über Stornierungen und Auftragsmangel haben zugenommen, insbesondere im Straßenbau. Die Öffentliche Hand hält sich hier – trotz ausreichender Mittel – mit Aufträgen sehr zurück. Der Order­eingang ist im zweiten Halbjahr 2019 preisbereinigt um 4,3 % zurückgegangen. Wir gehen davon aus, dass nicht nur die schlechte Personalausstattung in den Ämtern für diese Entwicklung verantwortlich ist, sondern auch der Umstellungsprozess auf die Autobahn GmbH. Wir befürchten auch, dass insbesondere die Kommunen durch die Reduzierung der Ausschreibungen sinkende Preise am Markt erzielen wollen.“

„Im Hochbau ist das Verhältnis der Pessimisten zu den Optimisten aber nahezu ausge­glichen. Und der überwiegende Teil – Dreiviertel der Befragten – erwartet eine gleichbleibende und somit gute Geschäftslage“, erläuterte Babiel die aktuelle Situation. Um die Aufträge auch in Zukunft zeitnah abarbeiten zu können, plane der weit überwiegende Teil der befragten Bauunternehmen, in den kommenden 12 Monaten zusätzliches Personal einzustellen oder ihren Personalbestand beizubehalten. „Wir erwarten daher für 2020 im Jahresdurchschnitt einen weiteren Personalaufbau von 15.000 auf 885.000 Beschäftigte.“