zurück

Mein Freund, der Trockenbauer

Mitte September lud der Bundesverband in den Gewerken Trockenbau und Ausbau (BIG) zum zweiten Mal nach 2017 zum „Forum Zukunft Trockenbau Ausbau“ nach Berlin. Steigende Teilnehmerzahlen, zahlreiche Aussteller und viele Fachvorträge machten das Forum zu einer gelungenen Veranstaltung. Auch klärte sich, warum man einen Trockenbauer zum Freund haben sollte.

BIG-Forum 2019
Gut gefüllter Kosmos: Die Eventlocation an der Berliner Karl-Marx-Allee bot den perfekten Rahmen für die Fachveranstaltung. Bild: T+A Trockenbau und Ausbau

„Wir wollen mit dieser Veranstaltung eine Gemeinschaft, einen Branchentreff schaffen“, so Karl Schlichter, erster Vorsitzender des BIG. Gemeinsam mit Prof. Dr. Jochen Pfau (VHT Darmstadt; inhaltlich für das Programm verantwortlich) sprach Schlichter zur Begrüßung über die zurückliegende Entwicklung und die aktuellen Herausforderungen der Branche. Dabei erwähnten die Beiden viele Stichworte wie Digitalisierung, Bautätigkeit, Vorfertigung etc. an, die in den folgenden Vorträgen vertieft wurden.

Jochen Pfau kam in seinem Blick auf den Markt unter anderem auf die seiner Meinung nach zunehmende Verdichtung verschiedener Tätigkeiten und Produktbereiche des Ausbaus in Konzernstrukturen zu sprechen. Angesichts der jüngsten Aufkäufe von Fermacell durch James Hardie und Opitz Holzbau durch die Knauf-Gruppe sieht Pfau den Komplex „Fassade - Holz - Ausbau“ als bedeutende Entwicklung in der Branche entstehen. Karl Schlichter war die Botschaft an alle Teilnehmer - und wohl noch mehr an alle Nicht-Teilnehmer - wichtig, dass der Blick über den Tellerrand, der Austausch mit bekannten und bisher nicht gekannten Marktteilnehmern sowie das Herausziehen aus dem Alltag, wenn auch nur für eine zweitägige Veranstaltung, bedeutsam für die Unternehmensentwicklung sei. Knapp 500 Teilnehmer (inklusive Aussteller) nutzten nach der Begrüßung die Gelegenheit, sich in den drei Kongress-Zügen „Zukunft“, „Praxis“ und „Plus“ zu informieren.

Viele Akademiker haben keine Handwerkerfreunde

Martin Langen von B+L Marktdaten/Bonn untermauerte mit seinem anschließenden Fachvortrag die zuvor genannten Einschätzungen mit Zahlen. Als Marktforscher, der die Baubranche seit vielen Jahren auch als Statistiker begleitet, wies er auf einige Normalitäten, aber auch Besonderheiten des Baumarkts 2019 hin. So unterliegt der Nicht-Wohnbau laut Langen seit vielen Jahrzehnten einer ungefähr fünfjährigen Schwankungswelle. Diese werde regelmäßig nicht vom wirklichen Bedarf an Büroflächen, sondern vom Verhalten der Investoren gesteuert. Bisher hätten sich Wohnbau und Nicht-Wohnbau häufig gut ergänzt: mal lief der eine Bereich besser, mal der andere. Besonders ist zur Zeit laut Langen, dass der Nicht-Wohnbau UND der Wohnbau gleichermaßen auf hohem Niveau stattfinden. Ausgelöst auch durch die hohe Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungszentren durch hinzuziehende Menschen. Dies erkläre die momentan sehr gute Auslastung der Branche. Normal sei wiederum, dass wegen des Anstiegs des Nebaus die Tätigkeiten in der Sanierung seit 2013 etwas an Bedeutung verlieren.

Den Rückgang bei den Sanierungen stellte Langen übrigens in Zusammenhang mit dem derzeitig niedrigem Niveau der Bauzinsen und dem steigenden Anteil der Akademiker in der Bevölkerung. „Akademiker haben das Geld für Neubauten. Was sie aufgrund ihres Ausbildungswegs nicht haben, sind Handwerker in ihrem Bekanntenkreis, die bei einer selbst ausgeführten Sanierung geholfen hätten!“, so Martin Langen mit einem leichten Schmunzeln. Insgesamt sei die Baubranche mit ihren weiterhin gut gefüllten Auftragsbüchern eine Ausnahmebranche; den die Zahlen des ifo-Geschäftsklima-Index sagten eine Abkühlung des Wirtschaftswachstums voraus.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der T+A Trockenbau und Ausbau, Ausgabe 10.2019.

Markus Langenbach

Newsletter
  • Stets Up-to-date im Trockenbau

    Jetzt kostenlos abonnieren

    *Pflichtangaben

    Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.